Das Milliardengeschäft mit der Riester-Rente – Danke Walter Riester und Danke an die rotgrüne Bundesregierung

 

 

Nachricht aus Versicherungen & Finanzen vom 15.2.2019

Das Milliardengeschäft mit der Riester-Rente

Rund 2,73 Milliarden Euro hat die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen für das Beitragsjahr 2015 an die Riester-Anbieter überwiesen. Seit 2002 summiert sich die Förderung nach Daten des Bundesfinanz-Ministeriums (BMF) auf über 24 Milliarden Euro. Für 2015 bezifferte das BMF das gesamte Beitragsvolumen auf fast 11,2 Milliarden Euro. Ein Riester-Vertrag wird im Schnitt mit rund 960 Euro bespart. Die Spanne reicht je nach Anbietertyp von rund 850 Euro bis zu knapp 1.340 Euro.

Für das Beitragsjahr 2015 hat die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (https://www.zfa.deutsche-rentenversicherung-bund.de/) (ZfA) 2.729,1 Millionen Euro an Riester-Zulagen ausbezahlt (Stand: Zahltag 15. Mai 2018). Das sind etwa 2,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 13.2.2018 (https://www.versicherungsjournal.de/versicherungen-und-finanzen/das-milliardengeschaeft-mit-der-riester-rente-131414.php)). Dies geht aus kürzlich vom Bundesfinanzministerium (http://www.bundesfinanzministerium.de/) (BMF) vorgelegten Zahlen zur Riester-Zulagenförderungen hervor.

Diese verteilten sich auf rund 11,1 Millionen der zum Stichtag 31. Dezember 2015 knapp 16,5 Millionen Riester-Sparer. Damit bekam seinerzeit aber auch fast jeder dritte Riester-Sparer gar keine staatliche Förderung zu seinem Vertrag (VersicherungsJournal 7.2.2019 (https://www.versicherungsjournal.de/versicherungen-und-finanzen/wer-die-riester-rente-abschliesst-134788.php)). Und sogar nur jeder Dritte realisierte der BMF-Statistik zufolge die volle Zulage (VersicherungsJournal 11.2.2019 (https://www.versicherungsjournal.de/versicherungen-und-finanzen/so-viele-riester-sparer-erhalten-die-volle-zulage-134822.php)).

Aktuellere Zahlen liegen zwar vor, sind aber wegen des zweijährigen Zeitraums für die Beantragung der Zulagenförderung mit großen Unsicherheiten behaftet. So rechnet das Finanzministerium für die Daten zu den Zulagen für die Beitragsjahre 2016 und 2017 mit noch „maßgeblichen“ Veränderungen.

2015 wurden über 2,7 Milliarden Euro an Zulagen ausgezahlt

Von den 2.726 Millionen Euro Zulagen (ohne Steuerentlastung) entfiel mit 1.369 Millionen Euro mehr als die Hälfte auf Kinderzulagen. Mit fast 1.334 Millionen Euro machte die Grundzulage weitere 49 Prozent aus. Das verbleibende knapp eine Prozent der ausgezahlten Riester-Zulagen war der Kategorie „Berufseinsteiger-Bonus“ (VersicherungsJournal 23.6.2008 (https://www.versicherungsjournal.de/markt-und-politik/bundestag-billigt-wohn-riester-96861.php)) zuzurechnen.

Zwischen 2002 und 2014 summierten sich die ausgezahlten Riester-Zulagen den BMF-Daten zufolge auf fast 21,6 Milliarden Euro. Davon entfielen gut 48 Prozent auf Kinderzulagen und 52 Prozent auf Grundzulagen (inklusive Berufseinsteiger-Bonus). Seit dem Beitragsjahr 2010 lag das Zulagenvolumen kontinuierlich über 2,5 Milliarden Euro, nachdem es 2006 erstmals die Milliarden-Marke überschritten hatte.

Zulagenvolumen nach Anbietertyp

Der Löwenanteil der Zulagen ging im Beitragsjahr 2015 auf das Konto von Versicherungs-Gesellschaften. Bei diesen landeten rund 1.670 Millionen Euro, was einem Anteil von gut 61 Prozent entspricht.

Etwa ein Sechstel entfiel auf Kapitalanlage-Gesellschaften, etwa ein Siebtel auf Bausparkassen und ein Fünfzehntel auf die übrigen Kreditinstitute, wie dem Zahlenmaterial aus dem Finanzministerium weiter zu entnehmen ist.

Das Zulagenvolumen hat im Vergleich zu 2014 in absoluten Beträgen bei allen Anbietertypen bis auf Pensionskassen und Pensionsfonds zugenommen. Der Anteil am Zulagenvolumen erhöhte sich bei den Bausparkassen deutlich (plus 1,5 Prozentpunkte). Bei den übrigen Kreditinstituten ging es minimal und bei den Kapitalanlage-Gesellschaften leicht abwärts. Über einen Prozentpunkt verloren die Versicherungs-Gesellschaften.

Dies ist auf die Entwicklung bei den Vertragszahlen zurückzuführen. So ist der Vertragsbestand bei den Versicherern und den Banken seit 2014 rückläufig. Nennenswerte Zuwächse gab es im Betrachtungszeitraum nur bei den Eigenheim-Renten (VersicherungsJournal 12.4.2016 (https://www.versicherungsjournal.de/versicherungen-und-finanzen/so-riestern-die-deutschen-125419.php)).

Fast elf Milliarden Euro Einnahmen im Beitragsjahr 2015

Das gesamte Beitragsvolumen (Summe aus Eigenbeiträgen/ Tilgungen und Zulagen) der Riester-Verträge wird für das Beitragsjahr 2015 mit 11.189,3 Millionen Euro beziffert. Dies entspricht einer Steigerung von vier Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

Nur noch 57,4 Prozent davon – fünf Jahre zuvor waren es noch fast zwei Drittel – gingen auf das Konto von Versicherern. Rund ein Sechstel landete bei den Kapitalanlage-Gesellschaften, ein gutes Siebtel bei den Bausparkassen. Der Anteil der übrigen Kreditinstitute liegt bei etwa einem Fünfzehntel. Dahinter folgen Pensions- und Zusatzversorgungskassen mit jeweils rund zwei Prozent.

Während insbesondere bei Versicherungs-Unternehmen und Kapitalanlage-Gesellschaften Anteilsverluste zu beobachten waren, konnten vor allem die Bausparkassen ihren Anteil an den Gesamtbeiträgen ausbauen. Daten zur konkreten Verteilung der Beiträge und Zulagen auf die einzelnen Riester-Varianten, wie sie in den Statistiken des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (http://www.bmas.de/) (BMAS) aufgeführt werden, sind den BMF-Zahlen nicht zu entnehmen.

Bei Versicherern unterdurchschnittlicher Gesamtbeitrag

Auffällig sind allerdings große Unterschiede bei den durchschnittlichen Gesamtbeiträgen je Vertrag bei den verschiedenen Anbietertypen. Insgesamt liegt dieser Wert für das Beitragsjahr 2015 bei 959,06 Euro. Das entspricht einem Zuwachs um 3,6 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

Der durchschnittliche Gesamtbeitrag pro Vertrag bei den Versicherern ist mit 905,03 Euro der zweitniedrigste unter den aufgelisteten Anbietertypen. Noch niedriger ist der Wert nur bei den übrigen Kreditinstituten.

Die Beiträge pro Vertrag liegen bei den Kapitalanlage-Gesellschaften und den Zusatzversorgungskassen leicht über dem Schnitt, bei den Bausparkassen deutlich darüber und bei den Pensionskassen sowie Pensionsfonds sehr deutlich darüber.

Dies war im Beitragsjahr 2010 nicht anders. Als vermutliche Ursache hatten Fachleute der Deutschen Rentenversicherung Bund (http://www.deutsche-rentenversicherung.de/) seinerzeit angeführt, dass die Zulagenempfänger bei einer Pensionskasse oder einem Pensionsfonds deutlich höhere Einkommen aufweisen, als dies bei Personen mit einem Riester-Banksparplan oder einer Riester-Rentenversicherung der Fall ist (VersicherungsJournal 17.2.2014 (https://www.versicherungsjournal.de/versicherungen-und-finanzen/wer-die-riester-rente-abschliesst-118055.php)).

Björn Wichert (b.wichert@versicherungsjournal.de)

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