Zahl der sachgrundlosen Befristungen 2018 deutlich angestiegen – in NRW die meisten sachgrundlosen Befristungen

Die Zahl der sachgrundlosen Befristungen ist 2018 deutlich gestiegen – um rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahl der sachgrundlosen Befristungen ist 2018 deutlich gestiegen – um rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Quelle: Philipp Strobel/dpa

Die Zahl der sachgrundlosen Befristungen von Arbeitsverträgen in Deutschland ist zuletzt deutlich gestiegen. Das geht es aus neuen Hochrechnungen des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegen. Mitte 2018 gab es demnach 1,8 Millionen Beschäftigungsverhältnisse, die ohne Sachgrund befristet waren. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,58 Millionen gewesen. Das entspricht einem Anstieg von 14 Prozent.

Die Zahlen stammen aus dem „Betriebspanel“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Den Angaben zufolge gab es Mitte vergangenen Jahres 3,2 Millionen Arbeitsverträge, die mit und ohne Sachgrund befristet waren. Mitte 2017 waren es noch 3,15 Millionen gewesen. Damit nahmen die sachgrundlosen Befristungen deutlich überproportional zu. Der Anteil befristeter Jobs an der betrieblichen Gesamtbeschäftigung blieb mit 8,3 Prozent jedoch konstant

In Nordrhein-Westfalen gab es Mitte vergangenen Jahres mit rund 462.000 die weitaus meisten sachgrundlos befristeten Jobs, gefolgt von Baden-Württemberg mit 282.000, Bayern mit 256.000 und Niedersachsen mit 155.000. In Berlin waren es rund 105.000, in Brandenburg etwa 36.000, in Mecklenburg-Vorpommern circa 22.000, in Sachsen rund 56.000 und in Sachsen-Anhalt 29.000.

GroKo will sachgrundlose Befristungen eindämmen – per Gesetz

Laut Koalitionsvertrag von Union und SPD sollen sachgrundlose Befristungen künftig per Gesetz eingeschränkt werden. Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten sollen künftig nur noch maximal 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristen dürfen.

Die Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes soll außerdem nur noch für die Dauer von 18 statt bislang 24 Monaten zulässig sein. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will einen Gesetzentwurf dazu noch in diesem Jahr vorlegen.

Von Rasmus Buchsteiner/RND(Leipziger Volkszeitung)

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