Business Metropole Ruhr sieht das Ruhrgebiet als Konjunktur-Lokomotive von NRW: „Wir sind endlich besser als der Bundestrend.“ – Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sprechen da eine andere Sprache ! Gesundbeterei in Reinkultur !

Auszüge der Gesundbeterei des Arbeitsmarktes im Ruhrgebiet durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft „Business Metropole Ruhr:

„JOBWACHSTUM HÄLT AN: BESTER WERT SEIT 1981

Die Erfolgsserie der Metropole Ruhr hält an: 2018 arbeiteten so viele Menschen in einem Job wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Rund 1,75 Millionen Menschen waren 2018 in der Metropole Ruhr sozialversicherungspflichtig beschäftigt- es ist der höchste Wert seit 1981.

Die Wirtschaft in der Region verbuchte damit schon im zwölften Jahr in Folge einen starken Zuwachs der Beschäftigung und der Umsätze. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um über 39.000 Menschen – ein Plus von 2,3 Prozent.“

„REKORD-BESCHÄFTIGUNG IM RUHRGEBIET:

ERSTMALS SEIT 1981 1,75 MILLIONEN MENSCHEN IN ARBEIT

Rasmus C. Beck, Geschäftsführer (Vorsitzender) der Business Metropole Ruhr GmbH (BMR):

Die Zahlen machen Mut: Das Ruhrgebiet boomt. Die guten Wachstumszahlen schlagen sich nachhaltig in der Beschäftigung nieder. Wir sind endlich besser als der Bundestrend. Diese anhaltende Dynamik zeigt, dass die Region vom Sorgenkind zur Konjunktur-Lokomotive des Landes Nordrhein-Westfalens werden kann. Aber Herausforderungen bleiben, wir müssen dranbleiben.“ “

 

Diese Äußerung des Geschäftsführers der Business Metropole Ruhr „Wir sind endlich besser als der Bundestrend“ ist so etwas von neben der Wirklichkeit, wie etwas nur neben der Wirklichkeit sein kann. Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sprechen da eine ganz andere Sprache. Das Ruhrgebiet ist bleibt vom Bundestrend weit abgehängt, auch wenn eine Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung durchaus festgestellt werden kann. Diese Zunahme liegt aber weit unter dem Bundestrend.

Wir werden das hier mit einigen Tabellen dokumentieren.

 

Entwicklung der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Zeitreihen)

 

Bei einer differenzierten Betrachtung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Vollzeit- und Teilzeitstellen wird deutlich, wie die angebliche „nordrhein-westfälische Konjunkturlokomotive Metropole Ruhr“ vom Bundestrend abgehängt ist.

 

Entwicklung der Anzahl der Vollzeitstellen

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Zeitreihen)

 

Die Betrachtung der Entwicklung der Anzahl der Teilzeitstellen verdeutlicht, in welchem Bereich massgeblich neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geschaffen wurde, nämlich im Bereich der Teilzeitstellen. Darüber verliert die „Business Metropole Ruhr“ kein Wort. Diese Zahlen der Bundesagentur für Arbeit passen nicht in das Konzept der Gesundbeterei des Ruhrgebietes.

Entwicklung der Anzahl der Teilzeitstellen

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Zeitreihen)

 

Beschäftigungs-Lokomotive „Geringfügig entlohnte Beschäftigte im Nebenjob“: Ruhrgebiet weit vor dem Bundestrend

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Zeitreihen)

 

Zum Thema Nebenjob

Die mit 2,9 Millionen größte Gruppe der Mehrfachbeschäftigten kombiniert eine sozialversicherungs-pflichtige Hauptbeschäftigung mit einem geringfügig entlohnten Nebenjob.

Diese Form der Mehrfachbeschäftigung steht besonders im Fokus der Öffentlichkeit.Aus diesem Grund wirdhier diese Form der Mehrfachbeschäftigungbetrachtet. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für geringfügig entlohnte Beschäftigung im Nebenjob gelten seit 2003.

Die Zahl der Mehrfachbeschäftigten in dieser Form hat seitdem stetig zugenommen.

Bezogen auf die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist die Kombination mit einem geringfügig entlohnten Nebenjob besonders bei Frauen, Ausländern sowie Jüngeren unter 25Jahre verbreitet.

Überdurchschnittlich oft wird eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung mit einem Minijob als Nebenjob kombiniert.

Eine solche Mehrfachbeschäftigung kann unterschiedliche Gründe haben: beispielsweise war eine Vollzeitstelle nicht zu finden oder eine Vollzeitbeschäftigung kann wegen (familiärer) Verpflichtungen nicht ausgeübt werden. Zudem ist teils bei gleicher Gesamtstundenzahl Mehrfachbeschäftigung finanziell günstiger als nur eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Beschäftigte mit Nebenjob, die im Hauptjob eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung ausüben, habe ein geringeres mittleres Monatseinkommen als alle sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten. Die Einkommen der Betroffenen mit Nebenjob liegen rund 11 Prozent unter dem Einkommen der anderen Vollzeitbeschäftigten ohne Nebenjob. 

Zusammengestellt Norbert Kozicki Dipl.Soz.Wiss.

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