„Es ist eine historisch beispiellose Menge, die fast unverständlich groß ist.“

„2009 besaßen die reichsten 380 Menschen über so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Heute liegt diese Zahl bei weniger als 26.“

1,2 Billionen Dollar für die reichsten 0,001 Prozent

Die reichsten 500 Menschen der Welt sind 2019 um weitere 1,2 Billionen Dollar reicher geworden.

In diesem Jahr steigerten dem Bloomberg Billionaires Index zufolge die reichsten 500 Menschen ihr Nettovermögen um $1,2 Billionen. Das Vermögen dieser Milliardäre wuchs dieses Jahr um 25 Prozent von $4,7 auf $5,9 Billionen.

Letztes Jahr thronte Jeff Bezos als einziger Mensch mit einem dreistelligen Milliardenvermögen über den sonstigen Superreichen. Mit $116 Mrd. steht er auch dieses Jahr an der Spitze der Welt. Zu ihm gesellen sich Bill Gates mit $113 Mrd. und Bernard Arnault, Chef des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton, mit $106 Mrd. Der französisch-stämmige Belgier legte etwa $36 Mrd. zu.

Die reichste Frau ist Julia Flesher Koch mit $62 Mrd. Die Witwe des verstorbenen David Koch liegt auf Platz zehn. Auf Platz zwei steht Industriellen-Erbin Francoise Bettencourt Meyers. Walmart-Erbin Alice Walton kommt an dritter Stelle.

Fast die Hälfte aller Milliardäre weltweit sind Erben, „self-made“ sind 55%. Unabhängig von der Herkunft des Reichtums, in den erlesenen Kreis der Top 500 haben es dieses Jahr rund zweitausend weitere Milliardäre nicht geschafft. Sie waren schlicht zu arm; die Eintrittskarte lag bei stolzen 4,36 Mrd. Dollar, und damit etwa eine Milliarde höher als noch 2018.

Im Ländervergleich dominieren die US-Amerikaner mit 172 Milliardären die Top 500. Danach folgen China (52), Deutschland (32), Russland (23), Hongkong (20), Indien (17), das Vereinigte Königreich (16), Frankreich (13), Kanada (13), die Schweiz (11). Reichster Deutscher ist Lidl-Gründer Dieter Schwarz mit $25,5 Mrd., gefolgt von Susanne Klatten und Klaus-Michael Kuehne.

In China liegt Jack Ma ganz vorne mit 47,1 Mrd. Dollar. Tencent-Gründer Pony Ma, der mit Jack Ma nicht verwandt ist, belegt Platz 2. Insgesamt stiegen 13 Chinesen neu in die Top 500 auf.

In den Milliardärs-Rankings von Forbes und Bloomberg werden Königshäuser nicht berücksichtigt. Die milliardenschweren Monarchen aus Thailand, Brunei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, und Dubai hätten es sonst auch unter die Top 500 geschafft.

Künftiger Vermögenstransfer

Laut dem im Oktober erschienenen Global Wealth Report der Schweizer Bank Credit Suisse leben heute knapp 47 Millionen Millionäre auf der Erde, ein Zuwachs um 1,1 Millionen gegenüber 2018. 18,6 Millionen Millionäre leben in den USA. China zählt 4,5 Millionen, Deutschland 2,2 Millionen Millionäre. Gleichzeitig verfügen schätzungsweise 2,9 Milliarden Menschen, und damit 57 % aller Erwachsenen weltweit, über weniger als 10.000 US-Dollar.

Nach wie vor gilt, dass die Reichen immer reicher werden, und die Superreichen sowieso: 2009 besaßen die reichsten 380 Menschen über so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Heute liegt diese Zahl bei weniger als 26.

Doch die Reichen werden nicht nur reicher. Sie werden auch älter. Das dürfte sich in den nächsten Jahrzehnten kaum ändern, da die Vermögen vererbt werden. Ein im November erschienener Bericht von United Income geht davon aus, dass in den USA beispielsweise über 36 Billionen Dollar in den nächsten 30 Jahren von einer Generation zur anderen fließen werden.

„Es wird erwartet, dass Wohltätigkeitsorganisationen und Erben in den nächsten Jahrzehnten ein Vermögen erhalten werden, das fast doppelt so hoch ist wie das BIP der USA“, sagte Matt Fellowes, Gründer von United Income. „Es ist eine historisch beispiellose Menge, die fast unverständlich groß ist.“ Der erwartete Anstieg der vererbten Vermögen wird, dem Global Wealth Report zufolge, in Industrie- und Schwellenländern Folgen für die Vermögensverteilung und Ungleichheit haben.

(Bulgan Molor-Erdene)

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