Fast jede zweite alleinerziehende Familie erhält in NRW Hartz IV. Bundesweit 35 Prozent.

Viele Alleinerziehende in NRW brauchen Hartz IV

  • Alleinerziehende in NRW häufig von Armut bedroht
  • In NRW vergleichsweise viele Hartz IV Empfänger
  • Landtag informiert sich über bessere Unterstützung

Alleinerziehende Elternteile sind oft von Armut betroffen – ganz besonders in NRW. Fast jede zweite alleinerziehende Familie erhält hier Hartz IV. Bundesweit sind es im Vergleich dazu nur 35 Prozent. Wie Alleinerziehende gestärkt werden können, war am Donnerstag (09.01.2019) Thema im Familienausschuss im Landtag.

Betreuung der Kinder besonders wichtig

Wichtig sei vor allem, die Familien bei der Kinderbetreuung zu unterstützen, sagt Antje Beierling vom Verband für allein erziehender Mütter und Väter. Alleinerziehende Frauen seien oft am Wochenende und im Schichtdienst tätig.

Ihre Kinder müssten auch zu den Zeiten betreut werden, wenn Schule und Kita geschlossen sind. „Wenn es kein adäquates Angebot gibt, können sie nicht umfänglich arbeiten und ihre Existenz sichern“, so Beierling.

Kinderfeen im Einsatz

Das Modellprojekt „Sonne, Mond und Sterne“ in Essen bietet genau dieses Angebot. Es schickt qualifizierte „Kinderfeen“ in den Haushalt, die dort die Kinder unter anderem wecken und in die Schule schicken. Alleinerziehenden-Verbände fordern, das Angebot landesweit auszubauen. Bei den Landtagsfraktionen gibt es viel Zustimmung.

Die Landesregierung stellt dafür aber bisher nicht das benötigte Geld bereit. Antje Beierling hofft aber, Familienminister Joachim Stamp (FDP) umstimmen zu können: „Wir werden weiter in Gesprächen bleiben, um eine Finanzierung doch noch sicher zu stellen.“

Neue Anlaufstelle für Alleinerziehende

Eine weitere Forderung im Familienausschuss des Landtags ist eine Anlaufstelle für Alleinerziehende, die bei speziellen Problemen wie der Kinderbetreuung und Jobsuche hilft. „Bisher müssen sie sich durch einen wahren Behörden-Dschungel kämpfen“, sagt Antje Funcke von der Bertelsmann-Stiftung.

Alleinerziehend und arm – warum?

WDR 5 Neugier genügt – Freifläche 22.08.2019 10:37 Min. Verfügbar bis 21.08.2020 WDR 5

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Aber auch die Bundesregierung kann etwas tun: beispielsweise im Steuerrecht. Statt Ehegattensplitting schlägt Antje Funcke ein Familiensplitting vor. Davon könnten auch Alleinerziehende profitieren. Zudem sollten die verschiedenen Sozialleistungen für Kinder zu einer einzigen gebündelt werden.

Ein zusätzlicher Vorschlag der SPD: Eine Kindergrundsicherung. Damit konnten sich die Sozialdemokraten in Berlin aber bisher nicht durchsetzen. (Quelle: WDR)

 

Stellungnahmer zur Anhörung im Frauenausschuss des NRW-Landtags am 9. Januar 20:

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