Gewinnsteigerung um 53% – 500 Millionen Zuschuss über Kurzarbeit – 1,4 Milliarden für die Aktionäre

„Mercedes zeigt: Die klassischen Autobauer sind wieder da“

Wirtschaftsredakteur  Die Welt
Trotz massiver Einbrüche der Verkaufszahlen, Lockdowns und Kurzarbeit hat der Stuttgarter Automobilkonzern „Bilderbuchgewinne“ erzielt und geht ambitioniert ins neue Jahr. Besondere Kursfantasie erzeugt eine strategische Entscheidung des Konzerns.

Trotz Corona-Krise und eines historischen Einbruchs des weltweiten Automarktes hat der Daimler-Konzern das Jahr 2020 mit einem satten Gewinn abgeschlossen. Zwar hat das Unternehmen 15 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr verkauft, der Umsatz sank um elf Prozent.

Dennoch stieg der Vorsteuergewinn (Ebit) um 53 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Nach Steuern verdiente der Konzern vier Milliarden Euro im Jahr 2020 – 48 Prozent mehr als im Jahr 2019. Die Ergebnisse spiegelten „große Fortschritte bei der Kosteneffizienz“, sagte Vorstandschef Ola Källenius.

„Zudem konnten wir basierend auf einem starken Produktmix und einer guten Preisdurchsetzung vor allem in der zweiten Jahreshälfte eine deutliche Profitabilitätsverbesserung erzielen.“

Geholfen hat Daimler auch die staatliche Unterstützung der Kurzarbeit in Deutschland. Die Einsparungen durch Kurzarbeit bezifferte Finanzvorstand Harald Wilhelm auf 500 Millionen Euro. „Einige der großen Player in der Automobilindustrie sind gut durch die Krise gekommen“, sagte Källenius. „Wir auch.“…

An der Börse kamen die Zahlen das Automobilkonzerns gut an, die Daimler-Aktie notierte mehr als zwei Prozent im Plus. Analyst Arndt Ellinghorst von Bernstein Research hält die Aktie für unterbewertet. Die Überschrift seiner Kurzstudie vor Bekanntgabe der neuen Unternehmensprognose: „Der Spaß hat erst begonnen.“ Absatz, Umsatz und Gewinn sollen laut Unternehmen im Jahr 2021 deutlich über dem Vorjahresniveau liegen. Für das Geschäft mit Pkw und Vans peilt der Konzern eine Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent an, die Trucksparte soll auf sechs bis sieben Prozent kommen…

Entscheidend für die überraschend guten Zahlen des Krisenjahres waren die starken Absätze im vierten Quartal. Vor allem in China lief das Geschäft für Mercedes-Benz überdurchschnittlich gut. Dort ist der Markt für Luxusautos trotz Krise kräftig gewachsen.

Von insgesamt 2.087.200 verkauften Wagen der Marke Mercedes wurden rund 775.000 in China abgesetzt. Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research nennt die Mercedes-Zahlen „Bilderbuchgewinne“.

Das Unternehmen hat seinen Berechnungen zufolge im vierten Quartal 2020 pro verkauftes Auto knapp 5000 Euro Gewinn vor Steuern erzielt. „Mercedes zeigt: Die klassischen Autobauer sind wieder da“, sagt Dudenhöffer. „Dem Tesla-Hype steht die Comeback-Geschichte gegenüber.“

 

Aus der „Zeit“ vom 18.2.2021:

2020 verbuchte Daimler unter dem Strich einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 3,6 Milliarden Euro. Das waren 1,2 Milliarden Euro oder 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ohne den sogenannten Abzug von Minderheitenanteilen blieben 4,0 Milliarden Euro – ein Plus von 48 Prozent. Der Umsatz hingegen sank im Vergleich zu 2019 um 11 Prozent auf 154,3 Milliarden Euro. Auch der Absatz lag mit 2,84 Millionen verkauften Fahrzeugen 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Rund 1,4 Milliarden Euro will der Konzern als Dividende an die Aktionäre ausschütten. Das wären 1,35 Euro pro Aktie, 45 Cent mehr als im Vorjahr. Für 2021 stellte Källenius deutliche Sprünge sowohl bei Absatz und Umsatz, als auch beim operativen Ergebnis in Aussicht. «Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere positive Dynamik beibehalten können, wenn die Marktbedingungen so bleiben», sagte er.

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Ein Kommentar

  • Norbert Kozicki

    Mit dem Kurzarbeitergeld von über 500 Millionen Euro wird der Hintern der Aktionäre versilbert. Aber diese Bundesregierung hatte bis heute kein Geld zur Existenzsicherung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Sozialhilfe/Hartz-IV. Ich bezeichne diesen Vorgang als Konjunkturprogramm für die Rechtsradikalen und Präfaschisten von der AfD, die die Gelder für die notwendige Flüchtlingsarbeit und Integrationspolitik gegenrechnen.

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