„Bis zu 197 Euro müssen Haushalte im kommenden Jahr an anderer Stelle einsparen, um ihre Stromkosten zu begleichen. Das ist so viel wie nie zuvor.«

Von Jahr zu Jahr wird der Fehlbetrag größer: Hartz IV und die Stromkosten

Wenn über Hartz IV diskutiert wird, dann gibt es oftmals eine Verengung auf den Regelsatz, der im laufenden Jahr für einen Alleinstehenden bei 432 Euro im Monat liegt. Aber man muss schon genau sein, den neben dem Regelbedarf für den Lebensunterhalt nach § 20 SGB II kennt die Grundsicherung auch noch die „Bedarfe der Unterkunft und Heizung“ nach § 22 SGB II: »Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt, soweit diese angemessen sind.« Das Schlüsselwort bei dieser Vorschrift ist der Terminus „angemessene Kosten“ – denn Kosten, die über der lokal festgelegten Angemessenheit liegen, müssen von den Hartz IV-Empfängern aus dem Regelsatz für den Lebensunterhalt finanziert, also abgezweigt werden. In den zurückliegenden Jahren waren das jährlich mehr als 600 Mio. Euro.
Im Durchschnitt werden 397 Euro für die Kosten der Unterkunft und Heizung zu den 432 Euro gezahlt und außerdem als dritter Posten sei noch auf die Krankenversicherungsbeiträge hingewiesen, die ebenfalls zum Leistungspaket gehören.

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Daten zum Herner Arbeitsmarkt: 16,8 % der Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohn – seit 2008 8% weniger Vollzeitstellen

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten DIE LINKE zum Thema „Niedriglöhne in der Bundesrepublik Deutschland“ beinhaltet auch wichtige Zahlen für  Herne:

Entwicklung der Anzahl der Zweit- und Mehrfachjobber in der geringfügigen Beschäftigung

31.12.2003     1.482

31.12.2009     2.326

31.12.2019     2.999

D.h. von 2003 bis 2019 stieg die Anzahl der Nebenjobber in Herne um 102,4 Prozent !

In den Jahren von 2009 bis 2019 stieg die Anzahl der Nebenjobber in Herne um 28,9 Prozent !

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten

Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten verringerte sich vom 31.12.1999 bis zum 31.12.2019 von 31.397 auf 29.882 Vollzeitbeschäftigte. Das bedeutet bei dieser langfristigen Betrachtung eine Verringung um 4,8 Prozent, trotz der guten langanhaltenen Konjunktur nach 2008. Per 31.12.2008 verzeichnete Herne mit 32.480 Vollzeitbeschäftigten das Jahr mit den meisten Vollzeitbeschäftigten.

Bezogen auf dieses Datum verlor Herne bis zum Jahresende 2019 rund 2.600 Vollzeitbeschäftigte oder rund 8 Prozent, wie gesagt, trotz der guten langanhaltenden Konjunktur nach der Finanzkrise.

Entwicklung der Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohnbereich

Zum 31.12.2019 arbeiteten in Herne 16,8 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten im Niedriglohnbereich (weniger als 2.267 Euro Brutto) oder 4.765 Vollzeitbeschäftigte. Zum 31.12.1999 zählte die Stadt 4.062 Vollzeitbeschäftigte oder 13,8 Prozent aller Vollbeschäftigten (weniger als 1.551 Euro Brutto). Das entspricht einer Zunahme in den vergangenen 20 Jahren um 17,3 Prozent.

 

Ein „Bündnis gegen Kinderarmut in Mülheim“ soll gegründet werden – das fordern jetzt SPD, CDU und Grüne gemeinsam.

Soziales

Annette Lehmann

Mülheim.  Ein „Bündnis gegen Kinderarmut in Mülheim“ soll gegründet werden – das fordern jetzt SPD, CDU und Grüne gemeinsam. Noch eine Arbeitsgruppe?

Kinderarmut ist ein Thema, das der Stadt Mülheim regelmäßig negative Schlagzeilen beschert. Und das seit Jahren. Jetzt wollen die drei großen Fraktionen SPD, CDU und Grüne ein „Bündnis gegen Kinderarmut in Mülheim an der Ruhr“ gründen. Der Antrag ist formuliert, der Rat soll am 3. September darüber entscheiden.

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Rund 4 Millionen Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohn ( Brutto 2.267 Euro)

Vollzeitbeschäftigte mit Niedriglohn in den Kreisen und kreisfreien Städten

Niedriglohnquoten 2019

Vollzeitbeschäftigte mit Niedriglohn in den Kreisen und kreisfreien Städten

Von knapp 21,6 Millionen Vollzeitbeschäftigten Ende 2019 mussten sich knapp 4,1 Millionen Personen oder 18,8 Prozent mit einem Niedriglohn begnügen – im Westen waren es rd. 2,87 Millionen Personen (16,3%), im Osten einschließlich Berlin rd. 1,18 Millionen Personen (30,4%). Auf Basis der regionalen Niedriglohnschwellen waren im Westen gut 3,2 Millionen Personen (18,2%) und im Osten knapp 0,6 Millionen Personen (15,3%) betroffen.

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„Kein Armer im Slum in Nairobi muss sich rechtfertigen dafür, dass er arm ist. Aber der Hartz-IV-Bezieher, der wird verachtet und verächtlich gemacht, er wird als Hartzer beschimpft und verlacht, weil er den Leistungsnormen unserer Gesellschaft nicht entspricht und weil sich durch seine soziale Ausgrenzung die Mittelschicht besser fühlt, weil sie selbst nicht von dieser Armut betroffen ist.“

Bücherjournal  NDR

Wie Armut den sozialen Zusammenhalt gefährdet

Die Elenden
von Anna Mayr
Vorgestellt von Hilka Sinning
Autorin Anna Mayr © Anna Tiessen

Anna Mayr hat erlebt, was Armut bedeutet.

Anna Mayr stand als Kind am Rande der Gesellschaft. Aufgewachsen ist sie als Tochter zweier Langzeitarbeitsloser. Sie weiß, was es heißt, von Hartz IV zu leben, kennt die ständige Sorge ums Geld und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Heute arbeitet sie als Journalistin und hat gerade ihr erstes Buch geschrieben: „Die Elenden“. Darin beschreibt sie, was Armut in Deutschland bedeutet. Es ist ein analytisches, ein politisches, aber auch ein sehr persönliches Buch aus der Perspektive derjenigen, die beide Welten kennt: die der Abgehängten und die der Arrivierten.

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Anstieg der Arbeitslosigkeit unter den Pflegekräften: Anstieg 27 bis 37 Prozent !

Das kann es doch gar nicht geben: Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit unter den Pflegekräften.

Anmerkungen zu einem scheinbaren Widerspruch – und zu den immer noch vielen Niedriglöhnern in den Pflegeberufen

Dass es in „der“ Pflege einen Fachkräfte- und sogar einen generellen Arbeitskräftemangel gibt, das würden sicher viele unterschreiben und als Tatbestand nicht in Zweifel ziehen. Zu lange schon gibt es zu viele Berichte über die vielfältigen Mangellagen in „der“ Pflege. Vor diesem generellen Hintergrund werden dann auch viele ungläubig auf solche Meldungen schauen: Arbeitslosigkeit steigt auch bei Pflegekräften: »In der Coronakrise ist auch die Arbeitslosigkeit von Pflegekräften gestiegen. In der Altenpflege erhöhte sich die Zahl der arbeitslosen deutschen Beschäftigten seit dem Jahreswechsel bis Ende Juni um 27 Prozent auf etwa 27.700, bei den ausländischen um 37 Prozent auf rund 10.000, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte.«

Und Jochen Knoblach berichtet aus Berlin: Mehr als 800 Berliner Pflegekräfte haben ihren Job verloren: So »gab es in der Berliner Krankenpflege im Juli etwa 200 Arbeitslose mehr als im Juli vergangenen Jahres, was einem Anstieg um 27 Prozent entspricht. In der Altenpflege wurden 2.740 Arbeitslose gezählt. Das waren sogar über 600 mehr als im Juli 2019, ein Anstieg um 30 Prozent.«

Da werden sich viele fragen: Wie kann das denn sein?

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Ruhrgebietskommunen sehr schlechte Werte bei der Betreuungsquote der unter Dreijährigen („Frühe Bildung“): Herne 23 Prozent- noch nicht einmal jedes vierte Kind

Ruhrgebietskommunen sehr schlechte Werte bei der Betreuungsquote der unter Dreijährigen („Frühe Bildung“)

Anfang März 2020 waren in NRW 29,2 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Kindertagesbetreuung

Anfang März 2020 nahmen in Nordrhein-Westfalen 620 776 Kinder unter sechs
Jahren ein Angebot der Kindertagesbetreuung in Anspruch, das waren
3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Düsseldorf (IT.NRW).

Anfang März 2020 nahmen in Nordrhein-Westfalen
620 776 Kinder unter sechs Jahren ein Angebot der Kindertagesbetreuung in
Anspruch, das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie Information und
Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren
151 736 dieser Kinder noch keine drei Jahre alt. Damit wurden 4 565 bzw.
3,1 Prozent mehr Kinder unter drei Jahren betreut als ein Jahr zuvor. Die
Betreuungsquote stieg binnen Jahresfrist von 28,2 Prozent auf 29,2 Prozent.
Regional variierten die Betreuungsquoten der unter Dreijährigen zwischen
17,6 Prozent in Duisburg und 39,9 Prozent im Kreis Coesfeld.

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Bildungsrepublik Deutschland: Für 74 Prozent der Kinder in amtlich erfassten Kita-Gruppen stand somit nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung.

, Ländermonitor:

Schlechte Rahmenbedingungen erschweren die Bildungsarbeit der Kitas

Trotz der Investitionen in zusätzliche Kita-Plätze und Personal sind die Bedingungen für die pädagogische Arbeit vielerorts noch immer unzureichend. In einem Großteil der Kitas sind die Personalschlüssel und die Gruppengrößen nicht kindgerecht. Während sich die Personalschlüssel zwischen den Bundesländern langsam annähern, unterscheidet sich das Qualifikationsniveau des Personals noch stark.

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