Hohe Armutsgefährdung, Niedriglöhne und Teilzeit bei Frauen

Hohe Armutsgefährdung, Niedriglöhne und Teilzeit bei Frauen

(Quelle: Linksfraktion Deutscher Bundestag)

Sabine Zimmermann hat zum Internationalen Frauentag am 8. März aktuelle Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat und der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet:

Die Armutsgefährdung von Frauen ist laut Eurostat von 12,9 Prozent im Jahr 2005 auf 17,1 Prozent in 2017 angestiegen. Waren im Jahr 2005 5,38 Millionen Frauen armutsgefährdet, sind es 2017 7,05 Millionen gewesen. Die Armutsgefährdung von Frauen liegt damit über der der Männer (15 Prozent im Jahr 2017). Die Armutsgefährdungsgrenze lag in Deutschland im Jahr 2017 bei 13.152 Euro im Jahr (60 Prozent des Medianeinkommens).

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Arme werden öfter und häufiger krank-Gesundheitsreport der AOK belegt Zusammenhang zwischen Wohlstand und körperlichem Wohlbefinden

Arme werden öfter und häufiger krank

Gesundheitsreport der AOK belegt Zusammenhang zwischen Wohlstand und körperlichem Wohlbefinden

(Quelle: Neues Deutschland)

Berlin. Erwachsene und Kinder, die von Hartz IV leben, haben mit größeren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen als angestellte Beschäftigte. Zu diesem Ergebnis kommt der noch unveröffentlichte Gesundheitsreport der AOK Rheinland/Hamburg, der der »Rheinischen Post« (Samstag) vorliegt. Demnach leiden etwa bei den Beschäftigten nur 5,5, Prozent an Diabetes vom Typ 2, bei den Bezieher des Arbeitslosengelds II sind es dagegen 9,1 Prozent. Ähnlich groß ist demnach der Abstand bei Verengungen der Herzkranzgefäße.

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Hartz-IV-Empfänger: Nur jeder Dritte ist offiziell arbeitslos – in Herne 40,6%

Herne:

Personen in Bedarfsgemeinschaften           24.670

Leistungsberechtigte (LB)                           23.843

Erwerbsfähige Leistungsberechtigte           17.246

 

(Jahresdurchschnitt 2017)

Arbeitssuchende Erwerbsfähige LB            12.530

Arbeitslose Erwerbsfähige LB                       7.001

Nicht arbeitslose Erwerbsfähig LB              12.245

Von den Erwerbsfähigen Leistungsberechtigten gelten in Herne 40,6% als arbeitslos.

Hartz-IV-Empfänger: Nur jeder Dritte ist offiziell arbeitslos

Im September 2018 gab es knapp 4,1 Millionen erwerbsfähige Hartz IV-Empfänger, aber gerade einmal 36 Prozent von ihnen gelten als arbeitslos im Sinne der Statistik. Mit 64 Prozent wird der überwiegende Teil von ihnen nicht zu den Arbeitslosen gezählt. Das zeigt der aktuelle Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit.

Im September 2018 lebten in Deutschland knapp sechs Millionen Menschen in einem Hartz IV-Haushalt. Knapp 4,1 Millionen der Hartz-IV-Empfänger waren im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 Jahren und der Regelaltersgrenze und könnten grundsätzlich einer Arbeit von mehr als drei Stunden täglich nachgehen. Doch von den über vier Millionen Erwerbsfähigen im Hartz-IV-System galten im September 2018 nur knapp 1,5 Millionen beziehungsweise 36 Prozent gemäß der BA-Statistik als arbeitslos. Wie ist das möglich?

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„Krise“: 250 Millionen Euro Dividende-900 Stellen sollen gestrichen werden – Kapitalismus in Reinkultur

Steigende Dividenden: 250 Millionen Euro / 900 Stellen sollen gestrichen werden

Schaeffler-Gruppe setzt Rotstift an. Gastkommentar
Von Michael Hartmann (aus Junge Welt, 7.März 2019)

Michael Hartmann war bis 2014 Professor für Soziologie an der TU Darmstadt. Zu seinen Schwerpunkten zählt die Elitenforschung

Der Vorstand der Schaeffler AG hat am Mittwoch verkündet, angesichts der krisenhaften Entwicklung des Unternehmens ein drastisches Kürzungsprogramm aufzulegen. Damit sollen in den nächsten eineinhalb bis zwei Jahren ungefähr 90 Millionen Euro eingespart werden. Das geschieht in erster Linie auf Kosten der Beschäftigten. Insgesamt rund 900 Stellen sollen gestrichen werden. Auf derselben Pressekonferenz wurde erklärt, dass trotz eines zehnprozentigen Rückgangs beim Nettogewinn auf 881 Millionen Euro die Dividende pro Aktie stabil bei 55 Cent bleiben solle. Das kommt zum größten Teil den beiden Haupteignern Georg Schaeffler und seiner Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler zugute. Sie halten drei Viertel der Aktien. Dementsprechend entfällt auf sie eine Dividendensumme von mehr als einer Viertelmilliarde Euro.

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6,6 Millionen Menschen leben von Arbeitslosengeld oder Hartz-IV-Leistungen

Herne (Stand November 2018):

23.955 Personen in Bedarfsgemeinschaften

7.840 Personen unter 18 Jahren

10.222 Personen unter 25 Jahren

6.497 Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte(Kinder)

davon 1.384 unter 3 Jahren

davon 1.319 unter 6 Jahren

davon 3.566 unter 15 Jahren

6,6 Millionen Menschen leben von Arbeitslosengeld oder Hartz-IV-Leistungen

Knapp 2,21 Millionen Arbeitslose gab es im Dezember 2018. Doch mit rund 6,6 Millionen lebten dreimal so viele Menschen in Deutschland von Arbeitslosengeld oder Hartz-IV-Leistungen, darunter knapp zwei Millionen Kinder und Jugendliche. Denn nur ein Teil derer, die staatliche Unterstützung benötigen, gilt auch als arbeitslos im Sinne der Statistik.

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Junge Hartz-IV-Empfänger: Leben in Angst vor dem Amt, wo man als Kunde bezeichnet wird.

3. März 2019 Quelle: Süddeutsche Zeitung

Junge Hartz-IV-Empfänger

Leben in Angst vor dem Amt

Soll man Arbeitslose unter 25 Jahren besonders streng sanktionieren? Darüber streitet die Politik. Betroffene erzählen von Demütigungen und ständigem Druck.

Von Bernadette Mittermeier

Als der Vermittlungsvorschlag kam, dachte Markus, es handele sich um einen Witz. Im Brief der Arbeitsagentur stand, er solle sich auf eine Stelle als Verkäuferin bei einem Kosmetikgeschäft bewerben. „Verkäuferin“, ohne Schrägstrich oder „m/w“. Markus ignorierte die Aufforderung, obwohl er auf der Suche nach Arbeit war, und trotz der Drohung auf der Rückseite. Dort stand genau aufgelistet, was passieren würde, wenn er seinen Pflichten nicht nachkommt: Das Arbeitsamt kann ihm schon beim ersten verpassten Stellenangebot Geld streichen. Markus verstand die Klauseln und das Juristendeutsch nicht.

Die Drohung wurde schnell wahr. Wenige Tage später hatte Markus einen weiteren Brief im Postfach und 30 Prozent weniger Geld auf dem Konto, für drei Monate gekürzt. „Ich war verwirrt und fühlte mich im Stich gelassen“, erzählt er. Dabei hatte Markus im Vergleich sogar noch Glück.

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Was die offizielle Arbeitslosenzahl verschweigt: 3,29 Millionen Menschen ohne Arbeit

Was die offizielle Arbeitslosenzahl verschweigt: 3,29 Millionen Menschen ohne Arbeit

Im Februar meldet die Bundesagentur für Arbeit rund 2,37 Millionen Arbeitslose. Das gesamte Ausmaß der Menschen ohne Arbeit bildet die offizielle Zahl jedoch nicht ab. Denn rund 919.000 De-facto-Arbeitslose sind nicht in der Arbeitslosen-, sondern in der separaten Unterbeschäftigungsstatistik enthalten.

Im Februar 2019 gab es offiziell rund 2,37 Millionen Arbeitslose. Das sind knapp 33.000 Personen weniger als im Vormonat.

Nicht in der offiziellen Arbeitslosenzahl enthalten sind allerdings rund 919.000 ebenfalls faktisch Arbeitslose, darunter

– knapp 658.000 Menschen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen,

– rund 88.000 am Tag der Erfassung Krankgeschriebene und

– rund 170.000 über 58-Jährige, die innerhalb der letzten 12 Monate kein Jobangebot erhielten.

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Profite aktuell: Über 20% Rendite-in drei Jahren 1.380 Milliarden angesammelt-fast jeder Fünte im Niedriglohnsektor-Kapitalismus pur

Nur die Profitrate ist spitze

  • Heinz-Josef Bontrup

    von Heinz-Josef Bontrup

Bei Arbeit muss man heute fast gleichberechtigt von prekären Verhältnissen reden. Die Kolumne.

Es mehren sich die Beiträge in den Medien, die von einer guten Entwicklung auf den Arbeitsmärkten und von steigenden Einkommen bei den Beschäftigten sprechen. Man muss sich fragen, wie das Menschen empfinden, die tief im Prekariat stecken. Auf den Arbeitsmärkten wird bei den Jubelmeldungen nur die quantitative Veränderung gesehen: Mehr Beschäftigung weniger Arbeitslose. Und wie sieht die Qualität der Veränderung aus? Sehr wohlwollend beurteilt: Bescheiden!

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Schlusslicht Deutschland: Mindestlohn deutlich unterhalb der Schwelle des Armutslohns

24. Februar 2019 Otto König/Richard Detje: Internationaler Mindestlohnreport 2019

Redaktion Sozialismus Hamburg

Schlusslicht Deutschland

Beim Mindestlohn geht es aufwärts: zumindest europaweit. In den 22 EU-Staaten, die eine gesetzliche Lohnuntergrenze haben, sind zu Anfang dieses Jahres die Mindestlöhne im Mittel angehoben worden – nominal um 4,8%, dem zweitstärksten Anstieg seit zehn Jahren, und nach Abzug der Inflation um 2,7%.

»Insgesamt ist innerhalb der EU seit einigen Jahren ein Trend zu deutlich höheren Mindestlohnsteigerungen zu beobachten, der sich auch 2019 weiter fortgesetzt hat«, stellen Thorsten Schulten und Malte Lübker im Mindestlohnbericht 2019 des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) fest.[1]

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Jobcenter-Watch fordert in Herne Stromtarif für Arbeitslose

Energiekosten

Jobcenter-Watch fordert in Herne Stromtarif für Arbeitslose

Lars-Oliver Christoph

24.02.2019 – 16:50 Uhr (Quelle: WAZ Herne)

Herne.   Die Herner Stadtwerke sollen Energiekosten für Hartz-IV-Empfänger senken, sonst werbe man für Konkurrenten. Die Zahl der Stromsperren ist hoch.

Die Arbeitsloseninitiative Jobcenter-Watch (JW) fordert Hernes Stadtwerke-Chef Ulrich Koch in einem offenen Brief dazu auf, die Strompreise für Hartz-IV-Bezieher zu senken. Sofern die Stadttochter dieser Forderung nicht nachkomme, wolle man öffentlich Aufklärungsarbeit darüber leisten, wie Stromkunden zu preiswerteren Anbietern wechseln könnten, so die unverblümte Drohung.

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