Seit 2002 summiert sich die Förderung nach Daten des Bundes-Finanzministeriums auf über 35 Milliarden Euro!

Das Milliardengeschäft mit der Riester-Rente

Versicherungsjournal

28.11.2022 – Mehr als 2,8 Milliarden Euro hat die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen für das Beitragsjahr 2019 an die Riester-Anbieter überwiesen. Seit 2002 summiert sich die Förderung nach Daten des Bundes-Finanzministeriums auf über 35 Milliarden Euro. Ein Vertrag wurde im Schnitt mit etwa 1.060 Euro bespart. Die Spanne reichte je nach Variante von knapp 956 Euro bis zu etwa 1.450 Euro.

Für das Beitragsjahr 2019 hat die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) 2.808,5 Millionen Euro an Riester-Zulagen ausbezahlt (Stand: Zahltag 15. Mai 2022). Der Betrag liegt um weniger als 20 Millionen Euro unter der Rekordsumme des Vorjahres. Dies geht aus kürzlich vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgelegten Zahlen zur Riester-Zulagenförderungen hervor.

Die Zuschüsse verteilten sich auf über 10,66 Millionen der zum Stichtag 31. Dezember 2019 rund 16,53 Millionen Riester-Sparer. Damit bekam seinerzeit aber auch deutlich mehr als jeder dritte von ihnen gar keine staatliche Geldförderung zu seinem Vertrag.

Aktuellere Zahlen liegen zwar vor, sind aber wegen des zweijährigen Zeitraums für das Beantragen der Förderung mit großen Unsicherheiten behaftet. So rechnet das Finanzministerium für die Daten zu den Zulagen für die Beitragsjahre 2020 und 2021 mit noch „maßgeblichen“ Veränderungen (VersicherungsJournal 16.11.2022).

2018 wurden über 2,8 Milliarden Euro vom Staat ausgezahlt

Von den gut 2,8 Milliarden Euro an Zulagen entfiel mit über 1,4 Milliarden Euro etwas mehr als die Hälfte auf Grundzulagen. Mit knapp unter 1,4 Milliarden Euro machten die Kinderzulagen weitere 49 Prozent aus.

Die verbleibenden 0,6 Prozent der ausgezahlten Subventionen war dem „Berufseinsteiger-Bonus“ (23.6.2008) zuzurechnen. Vor zwei und drei Jahren war der Anteil der Kinderzulagen noch größer (25.11.2020).

Zusagenvolumen (Bild: Wichert)

Zwischen 2002 und 2019 summierten sich die ausgezahlten Zuschüsse den BMF-Daten zufolge auf weit über 35 Milliarden Euro. Seit dem Beitragsjahr 2010 lag das Volumen kontinuierlich über 2,5 Milliarden Euro, nachdem es 2006 erstmals die Milliardenmarke überschritten hatte.

Zulagenvolumen nach Anbietertyp

Der Löwenanteil des Staatsgeldes ging im Beitragsjahr 2019 auf das Konto von Versicherungs-Gesellschaften. Bei diesen landeten mit 1,65 Millionen Euro rund 18 Millionen Euro weniger als vor Jahresfrist. Der Anteil sank unter 59 Prozent.

Fast unverändert ein knappes Sechstel floss in die Kassen der Kapitalanlage-Gesellschaften. Erneut ein gutes Siebtel entfiel auf Bausparkassen, die den Rückstand von 1,3 auf 0,8 Prozentpunkte verkürzten. Auf weiterhin circa einen Dreizehntel-Anteil kommen die übrigen Kreditinstitute.

Das Subventionsvolumen hat im Vergleich zu 2018 in absoluten Beträgen nur bei den Bausparkassen signifikant zugenommen (plus 4,6 Prozent auf 430,1 Millionen Euro). Bei allen anderen aufgelisteten Anbietertypen ging es mit Ausnahme der übrigen Kreditinstitute leicht nach unten.

Fast 11,85 Milliarden Euro Einnahmen im Beitragsjahr 2019

Das gesamte Beitragsvolumen (Summe aus Eigenbeiträgen/Tilgungen und Zulagen) gibt das Ministerium für das Beitragsjahr 2019 mit 11.848,9 Millionen Euro an. Dies entspricht einer Steigerung um 2,1 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

Nur noch 55,3 (2018: 56,2) Prozent davon – acht Jahre zuvor waren es noch fast zwei Drittel – gingen auf das Konto der Assekuranz. Etwas über beziehungsweise unter ein Sechstel landete bei den Bausparkassen beziehungsweise den Kapitalanlage-Gesellschaften.

Der Anteil der übrigen Kreditinstitute liegt bei etwa einem Fünfzehntel. Dahinter folgen Pensionskassen mit über zwei Prozent und die Zusatzversorgungskassen mit knapp unter zwei Prozent.

Bei Versicherern unterdurchschnittlicher Gesamtbeitrag

Ein tiefergehender Blick auf die Statistik zeigt große Unterschiede hinsichtlich der durchschnittlichen Gesamtbeiträge je Vertrag bei den verschiedenen Anbietertypen. Über alle Varianten hinweg liegt dieser Wert für das Beitragsjahr 2019 bei 1.060,51 Euro. Das bedeutet einen Zuwachs um 2,5 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

Der durchschnittliche Sparaufwand pro Vertrag bei den Versicherern ist mit 991,36 Euro der zweitniedrigste unter den aufgelisteten Anbietertypen. Noch niedriger ist der Betrag mit etwa 956 Euro nur bei den übrigen Kreditinstituten.

Etwas unter dem Schnitt liegen die Beiträge pro Kontrakt bei den Kapitalanlage-Gesellschaften, um ein Siebtel (Fünftel) darüber bei den Pensionsfonds (Zusatzversorgungskassen). Noch deutlich überdurchschnittlicher schneiden die Bausparkassen ab. Der höchste Wert wird für die Pensionskassen mit fast 1.450 Euro ausgewiesen.

Durchschnittsbeitrag (Bild: Wichert)

Ein ähnliches Bild hatte sich bereits im Beitragsjahr 2010 gezeigt. Als Ursache hatte die Deutsche Rentenversicherung Bund vermutet, dass Zulagenempfänger bei Pensionskassen deutlich höhere Einkommen aufweisen als bei Banksparplan oder Rentenversicherung (17.2.2014).

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