Kapitalismus: Das Vermögen der über 2000 Milliardäre wuchs demnach im vergangenen Jahr so stark wie nie zuvor.

Milliardärsreport 2018 Alt, männlich, superreich

Weltweit gibt es laut einer neuen Studie mehr Superreiche. Das Vermögen der über 2000 Milliardäre wuchs demnach im vergangenen Jahr so stark wie nie zuvor. In China ist die Entwicklung besonders rasant.

Von Stefan Kaiser (Quelle: Spiegel online)

63 Jahre alt ist der Durchschnittsmilliardär. Er ist männlich und besitzt ein Vermögen von 4,1 Milliarden US-Dollar. Das jedenfalls sind die Zahlen des neuen Milliardärsreports, den die Schweizer Bank UBS zusammen mit der Unternehmensberatung PwC erstellt hat. Dem Report zufolge hat sich die Zahl der Dollar-Milliardäre im vergangenen Jahr deutlich erhöht. 2158 Milliardäre zählten die Autoren Ende 2017 weltweit – 179 mehr als noch ein Jahr zuvor. Zusammen kam diese Gruppe von Superreichen auf ein Vermögen von rund 8,9 Billionen Dollar. Mit 1,4 Billionen Dollar war der Zuwachs zum Vorjahr so hoch wie noch nie zuvor.

Die Zahlen sind Schätzungen und beruhen vor allem auf Daten und Kundennetzwerken von PwC und UBS. Zudem wurden Interviews mit Milliardären auf verschiedenen Kontinenten geführt.

Das starke Wachstum des Milliardärsvermögens im vergangenen Jahr dürfte vor allem der weltweit guten Börsenentwicklung geschuldet sein. Ein großer Teil des Vermögens von Milliardären steckt in der Regel in Unternehmen. Geht der Unternehmenswert an der Börse nach oben, steigt auch das Vermögen der Aktionäre.

In 20 Jahren hat sich das Vermögen verneunfacht

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie stark sich das Vermögen der Milliardäre in den vergangenen beiden Jahrzehnten erhöht hat – und wie sehr es von der Entwicklung der weltweiten Finanzmärkte abhängt.

Kamen alle Milliardäre der Welt 1997 noch auf ein Gesamtvermögen von knapp einer Billion Euro, hat sich die Summe mittlerweile etwa verneunfacht.

Dabei ging es allerdings längst nicht immer aufwärts: Im Jahr 2008 etwa, als die Finanzkrise über die Welt hereinbrach, sackte auch das Vermögen der Milliardäre rapide ab. Und selbst in so guten Jahren wie 2017 fallen immer wieder einzelne Personen aus der Liste heraus, weil ihr Vermögen unter die Milliardenschwelle gesunken ist.

Im vergangenen Jahr kamen laut der Studie in allen untersuchten Regionen der Welt mehr Dollar-Milliardäre hinzu als wegfielen, besonders viele waren es allerdings in China, wo ihre Zahl von 318 auf 373 stieg.

Dies ist umso bemerkenswerter, als der Report für das Jahr 2000 gerade mal einen einzigen chinesischen Milliardär ausweist. „Chinas Milliardäre schreiben Geschichte“, jubeln deshalb die Autoren. Fast alle chinesischen Superreichen sind demnach Selfmade-Milliardäre, sie haben sich ihr Vermögen also selbst aufgebaut.

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