Hohe Armutsgefährdung, Niedriglöhne und Teilzeit bei Frauen

Hohe Armutsgefährdung, Niedriglöhne und Teilzeit bei Frauen

(Quelle: Linksfraktion Deutscher Bundestag)

Sabine Zimmermann hat zum Internationalen Frauentag am 8. März aktuelle Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat und der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet:

Die Armutsgefährdung von Frauen ist laut Eurostat von 12,9 Prozent im Jahr 2005 auf 17,1 Prozent in 2017 angestiegen. Waren im Jahr 2005 5,38 Millionen Frauen armutsgefährdet, sind es 2017 7,05 Millionen gewesen. Die Armutsgefährdung von Frauen liegt damit über der der Männer (15 Prozent im Jahr 2017). Die Armutsgefährdungsgrenze lag in Deutschland im Jahr 2017 bei 13.152 Euro im Jahr (60 Prozent des Medianeinkommens).

Der Anteil der sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigten Frauen im Niedriglohnbereich war Ende 2017 laut Bundesagentur für Arbeit deutlich höher als der der Männer. Zum 31.12.2017 waren 27,1 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen in Deutschland zu einem Entgelt unter der bundeseinheitlichen Schwelle des unteren Entgeltbereiches (2.139 Euro brutto) tätig, bei den Männern 16,2 Prozent.

Bundesweit lag das Medianentgelt von vollzeitbeschäftigten Frauen Ende 2017 laut Bundesagentur für Arbeit bei 2.920 Euro brutto und damit um 452 Euro niedriger als das der Männer (3.372 Euro brutto). Am größten war der Verdienstabstand in Baden-Württemberg. Dort lag das Medianentgelt von Frauen um 772 Euro niedriger als das der Männer.

Von 9,3 Millionen Teilzeitbeschäftigten bundesweit Mitte 2018 waren 7,3 Millionen Frauen mit einem Anteil von 78,6 Prozent. Lediglich 1,98 Millionen Männer waren in Teilzeit tätig.

„Das Thema Armut ist leider seit jeher besonders mit Frauen verbunden, da helfen auch alle Lippenbekenntnisse und Schönreden der Bundesregierung nichts. Im Berufsleben werden sie benachteiligt durch niedrige Löhne und unfreiwillige Teilzeit, was wiederum zu niedrigen Renten führt“, kommentiert Sabine Zimmermann die Zahlen und fordert: „Es ist schon lange überfällig, dass für die Frauen der Abstand zwischen den Löhnen, der Arbeitszeit und der Rente geschlossen wird. Das muss die Bundesregierung endlich angehen. Wir brauchen Entgeltsysteme, die gleiches Geld für gleichwertige Arbeit garantieren. Hier muss die Bundesregierung verbindliche Regelungen schaffen. Zudem muss die gesetzliche Rente gestärkt und armutsfest gemacht werden, unter anderem durch Anhebung des Rentenniveaus auf mindestens 53 Prozent, Abschaffung der Kürzungsfaktoren und der Rente erst ab 67, Hochwertung niedriger Rentenansprüche sowie die Einführung einer Solidarischen Mindestrente. Davon würden besonders Frauen profitieren.“

 

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