Herner Sozialforum

Grundrente floppt jetzt schon im Experiment !

Altersbezüge

Rente: Kann man von der Grundrente leben? Experiment ernüchtert

von Yannick Wenig FR

Die Grundrente soll Menschen, die in ihrem Berufsleben wenig verdient haben, helfen, besser über die Runden zu kommen. Reicht diese Zulage auf die Rente aus?

Frankfurt – Mehr Geld für einen sorgenfreieren Ruhestand. Das erhoffen sich viele Rentner:innen in Deutschland, die bisher eine eher geringe gesetzliche Rente beziehen, von der Grundrente. Sie soll insbesondere Menschen unterstützen, die lange gearbeitet und damit Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben aber dennoch eine unterdurchschnittliche Rente beziehen. Anspruch auf die Grundrenten-Zulage haben laut Schätzungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) um Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gut 1,3 Millionen der insgesamt rund 21 Millionen Rentenbezieher:innen in Deutschland.

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„Es darf nicht passieren, dass die Bundesregierung die Armen wieder einmal im Regen stehen lässt.“(U.Schneider)

Hartz IV: Darum wird es im nächsten Jahr für Bezieher finanziell noch enger

von Jonas Raab Merkur, 17. Mai 2021

Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert die Hartz-IV-Regelsätze scharf. Weil im kommenden Jahr nicht mit Anhebungen zu rechnen ist, schlägt der Verband Alarm.

Berlin – Viele Hartz-IV-Empfänger können aktuell etwas aufatmen: Ende 2020 wurden die Regelsätze etwas angehoben, Corona-Zuschlag und Kinderbonus von je 150 Euro sollen noch in dieser Woche ausgezahlt werden. Doch der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt: 2022 droht eine Nullrunde.

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Der Anteil dauerhaft von Armut bedrohter Menschen an allen Armen beträgt 44 % – und ist damit mehr als doppelt so hoch wie noch 1998.

Von den präviralen Ungleichheiten nach einer kurzen Unterbrechung in eine postvirale Klassengesellschaft?

Daten und Spekulationen über Armut und Ungleichheit

»Wer in Deutschland einmal unter die Armutsgrenze rutscht, bleibt immer öfter länger arm. So beträgt der Anteil dauerhaft von Armut bedrohter Menschen an allen Armen 44 % – und ist damit mehr als doppelt so hoch wie noch 1998. Zudem droht die Corona-Pandemie die finanzielle Situation benachteiligter Gruppen zu verschärfen: Auch wenn höhere Einkommensgruppen im ersten Lockdown häufiger Einkommenseinbußen hatten, kämpften neben Selbstständigen besonders Menschen mit niedrigen Einkommen, Geringqualifizierte und Alleinerziehende mit finanziellen Schwierigkeiten.« Das konnte man einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes entnehmen, die im März 2021 veröffentlicht wurde: Armutsrisiken haben sich in Deutschland verfestigt, so ist die überschrieben. Darin wird über den neuen Datenreport 2021 – Sozialbericht für Deutschland berichtet. Der Datenreport ist ein Sozialbericht, den die Bundeszentrale für politische Bildung zusammen mit dem Statistischen Bundesamt, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, dem Sozio-oekonomischen Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sowie 2021 erstmals mit dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung herausgibt (vgl. dazu auch den Beitrag Eine Verfestigung von Armutsrisiken und mehr: Der Datenreport 2021. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland vom 10. März 2021).

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„Von einer dauerhaften Besserstellung der Renten gegenüber den Löhnen kann also keine Rede sein.“ (Johannes Steffen)

Rentnerinnen und Rentner – Gewinner der Pandemie?

Verqueres zu Corona-Krise und Altersbezügen

von Dr. Johannes Steffen   www.portal-sozialpolitik.de

Im Windschatten der Pandemie macht sich verqueres Denken mittlerweile auch in der Rentendebatte breit. So werden die Rentner kurzerhand zu den ökonomischen Gewinnern der Corona-Pandemie erklärt. Dieser Gewinn summiere sich bis zum Jahr 2050 (!) auf angeblich fast 100 Milliarden Euro; entsprechend hoch falle die zusätzliche finanzielle Belastung der »Aktiven« aus, die das »Corona-Plus« bei den Renten am Ende stemmen müssten. Um das zu verhindern sei die befristete Deaktivierung des so genannten Nachholfaktors wieder aufzuheben. Was technisch verklausuliert daherkommt zielt am Ende auf die Rücknahme der 2018 vom Gesetzgeber verabschiedeten und zeitlich befristeten Niveaugarantie für die Rente.

Die Erzählung von den Rentnern als den wirtschaftlichen Gewinnern der Corona-Krise basiert auf folgenden Argumenten:

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Hartz IV: Kinder und Jugendliche differenziert nach Altersgruppen – Kreisvergleich Dezember 2020 (und 2019)

(BIAJ) Zwei unkommentierte BIAJ-Tabellen zu den (unverheirateten) Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren (Altersgruppen: unter drei, drei bis unter sechs, sechs bis unter 15 und 15 bis unter 18) in sogenannten SGB-II-Bedarfsgemeinschaften (Hartz IV) im Dezember 2020 (und Dezember 2019) im Bund, in den 16 Ländern, in den 401 Kreisen (Landkreise und kreisfreie Städte) und darunter in den 15 Großstädten (incl. Region Hannover): Download_BIAJ20210512_1 und Download_BIAJ20210512_2 (PDF, jeweils 11 Seiten – Bund, Länder und Großstädte jeweils auf Seite 1 – siehe Auszüge unten – Quoten: vorläufig)

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ErzieherInnen sind systemrelevant – das hat die Zeit der Corona-Pandemie einmal mehr verdeutlicht.

Fazit:

Monetäre und nichtmonetäre Anerkennung für ErzieherInnen weiter erhöhen

ErzieherInnen sind systemrelevant – das hat die Zeit der Corona-Pandemie einmal mehr verdeutlicht. Sie haben für Kinder, Eltern, Familien, die Wirtschaft und die Gesellschaft als Ganzes eine große Bedeutung und wichtige Funktion. Die Analysen in diesem Wochenbericht zeigen, dass Erzieherinnen insbesondere im Vergleich zu Grundschullehrerinnen mit ihrer Arbeit und auch anderen Bereichen weniger zufrieden sind. Sie fühlen sich auch durch ein als nicht angemessen empfundenes Gehalt belastet – daran haben auch die Tariferhöhungen der jüngeren Vergangenheit offenbar nichts geändert. Erzieherinnen fühlen sich am Arbeitsplatz eher verausgabt – allerdings nicht so sehr wie Grundschullehrerinnen oder Krankenpflegerinnen. Mit einer längeren Betriebszugehörigkeit lässt die Begeisterung für die Arbeit eher nach. Auch eine akademische Ausbildung ist mit weniger Begeisterung für die Arbeit verbunden.

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Soziale Kluft vertieft sich weiter. Deutscher Gewerkschaftsbund mit Kampfansage gegen Armutsrisiken

Klassengesellschaft

Immer ungleicher

Bundeskabinett verabschiedet Armuts- und Reichtumsbericht. Soziale Kluft vertieft sich weiter. Deutscher Gewerkschaftsbund mit Kampfansage gegen Armutsrisiken
Von Oliver Rast jw

Es gibt nur eine Lesart: Die Bundesrepublik ist ein Klassenstaat. Arme werden ärmer, Reiche reicher. An dieser unbequemen Wahrheit kommen selbst die »schwarz-roten« Koalitionäre nicht vorbei. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch nachmittag den coronabedingt um ein Jahr verschobenen Armuts- und Reichtumsbericht. Es ist der sechste seiner Art.

Eine der Kernaussagen des 555 Seiten starken Werks lautet: »Seit den 1980er Jahren hat der Anteil der Personen, die sich jeweils stabil in der untersten oder obersten sozialen Lage befinden, kontinuierlich zugenommen.« Übersetzt heißt das: Die soziale Spaltung hierzulande vertieft sich, das Armutsrisiko erhöht sich. Das ärmste Zehntel der Bevölkerung ist ferner ohne jegliche »Veränderungsperspektiven und Aufstiegschancen«. Existenznot tradiert sich gewissermaßen, in der Coronakrise allemal.

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„Wir haben einfach einen sehr großen Niedriglohnsektor in Deutschland, insgesamt arbeiten neun Millionen Menschen für Niedriglöhne. Und das ist genau die Zone, in der Armut stattfindet.“

Stand Dez. 2017: 12,80 Mindestlohn bei einer 38,5 Stundenwoche zur Verhinderung von Sozialhilfe/“Grundsicherung“

Bettina Kohlrausch:

„Homeoffice ist ein Privileg der Reichen“

Der jüngste „Armutsbericht“ der Bundesregierung zeigt, dass sich Armut verfestigt – erst recht durch Corona. Die Soziologin Bettina Kohlrausch warnt vor Polarisierung.

Bettina Kohlrausch forscht zu sozialer Ungleichheit und Armut in Deutschland. Seit 2020 ist sie Wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

ZEIT ONLINE: Frau Kohlrausch, an diesem Mittwoch hat das Kabinett den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung verabschiedet. Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Bettina Kohlrausch: Die wichtigste Erkenntnis ist: Es wird immer schwieriger, aus der Armut herauszukommen. Armut verfestigt sich, nicht erst seit der Pandemie. Der Bericht hat gezeigt, dass 70 Prozent der Menschen, die zwischen 2008 und 2012 arm waren, im Zeitraum von 2013 bis 2017 immer noch arm waren. Ein weiterer Befund ist die ökonomische Polarisierung: Die Anteile der mittleren Einkommensgruppen nehmen ab, dafür wächst die Zahl der Menschen, die sehr viel oder sehr wenig verdienen. Auch die Vermögen sind sehr ungleich verteilt – sogar ungleicher als die Einkommen. Viele Auswirkungen der Corona-Krise wird man aber erst in zwei, drei Jahren abschätzen können.

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„Armut und Ungleichheit bleiben auf einem nicht akzeptablen Niveau“. (W.Strengmann-Kuhn, Grüne)

Bericht der Bundesregierung:

Die Armutsfrage

Wie hat sich die Armut in Deutschland entwickelt? Der Bericht liefert dazu unterschiedliche Zahlen – Corona dürfte den Ausblick weiter trüben.

BERLIN taz | Nachdem die Armut in Deutschland lange Zeit zunahm, hat sie sich mittlerweile bei etwa 16 Prozent der Bevölkerung eingependelt. Im neuen Armuts- und Reichtumsbericht, den die Bundesregierung am Mittwoch beschließen will, stehen allerdings unterschiedliche Zahlen zur Entwicklung seit 2014. Einigen Statistiken zufolge sinkt die Armutsrisikoquote – mit dem Mikrozensus deutet jedoch ein Datensatz darauf hin, dass sie in Deutschland wieder zunimmt.

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