„Sozial benachteiligte Kinder werden durch den Fernunterricht endgültig abgehängt…“ (Pfarrer Siggelkow)

Interview am Morgen:

Schule im Lockdown:

„Drittklässler werden weder richtig lesen können noch die Buchstaben kennen“

Sozial benachteiligte Kinder werden durch den Fernunterricht endgültig abgehängt, das bringe fatale Spätfolgen mit sich, kritisiert „Arche“-Chef Bernd Siggelkow.

Interview von Boris Herrmann, Berlin SZ 18.Jan.2121

Bernd Siggelkow hat 1995 in Berlin das christliche Kinder- und Jugendhilfswerk „Die Arche“ gegründet. Heute betreut die Einrichtung bundesweit 4500 Kinder aus bildungsfernen Familien. Bei der Arche erhalten die Schülerinnen und Schüler unter anderem Hausaufgabenhilfe und kostenlose Mahlzeiten. Darüber hinaus gibt es umfassende Freizeitangebote. In Zeiten des Lockdowns findet aber auch das alles digital statt. Siggelkow ist evangelischer Pastor und selbst Vater von sechs Kindern.

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„Die Kritik an den Arbeitsbedingungen ist nicht auf Deutschland begrenzt, auch im Heimatland dieses global agierenden Konzerns gibt es massive Vorwürfe.“

Die Subunternehmen im „System Amazon“ und der Ruf nach einer „Bändigung“ des Online-Handelsgiganten

In Deutschland kaufen viele Menschen bei Amazon ein, gerade in den zurückliegenden Monaten und derzeit boomt der Online-Versandhändler ohne Ende – der Umsatz von Amazon alleine ist im ersten Halbjahr 2020 global um 40 Prozent gestiegen.

Man kann ohne Umschweife sagen: Amazon ist einer der ganz großen „Pandemie-Gewinner“. Weiterlesen

Gericht spricht Schülerin wegen Lockdowns Computer zu

Gericht spricht Schülerin wegen Lockdowns Computer zu

Urteil nicht anfechtbar / Kosten seien im Regelbedarf für Hartz-IV-Empfänger nicht berücksichtigt

Erfurt. Einer Schülerin aus einer sozial benachteiligten Familie stehen wegen der Schulschließungen im Lockdown ein Computer und ein Drucker zu. Das entschied das Thüringer Landessozialgericht in einem am Dienstag in Erfurt veröffentlichten Urteil. Das Gericht verpflichtete das Jobcenter zur Beschaffung der Geräte, damit die Achtklässlerin während der Pandemie von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen kann. (Az.: L 9 AS 862/20 B ER)

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»Bei allen Milliarden, die bisher zur Bewältigung der Coronakrise ausgegeben wurden, findet sich kaum ein Cent für Menschen in Hartz IV oder Altersgrundsicherung.«

Soziale Spaltung

Shutdown mit Folgen

Schulschließungen: Verbände werfen Politik vor, arme Familien zu vernachlässigen. Psychische Auffälligkeiten bei Kindern nahezu verdoppelt

 
Von Susan Bonath  junge welt 7.1.2021

Deutschlands Schulen und Kindertagesstätten gehen in den nächsten Shutdown. Auf eine einheitliche bundesweite Regelung einigten sich Bund und Länder bei einer Konferenz am Dienstag nicht. Die Aufforderung aber lautet: Zunächst bis Ende Januar sollen die Einrichtungen weitgehend geschlossen bleiben. Ausnahmen müssen die Länder selbst regeln. Zudem sollen strenge Kontaktbeschränkungen nun auch für Kinder gelten. Familien sollen ihre persönlichen Kontakte auf eine Person aus einem anderen Haushalt beschränken, um die Coronapandemie einzudämmen. Angesichts dessen forderte der Paritätische Gesamtverband am Dienstag ein Sofortprogramm, um arme Familien zu unterstützen.

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„Die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung ist besser als ihr Ruf in manchen Kreisen.“ (Prof. Sell)

Drei Prozent Nettorendite. Nicht auf Aktien. Sondern in der Gesetzlichen Rentenversicherung

Immer wieder hört man die frustriert-aggressive Kommentierung, dass man mit dem, was an Beiträgen in die Gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden muss, weil es sich um eine Zwangsversicherung für abhängig Beschäftigte handelt, privat viel besser selbst vorsorgen und weitaus mehr herausbekommen könnte. Niklas Hoyer hat diese durchaus weit verbreitete Meinung in seinem Artikel So viel Rendite bringt die gesetzliche Rente mit drastischen Beispielworten auf den Punkt gebracht: »Dem IT-Berater aus Thüringen platzte der Kragen. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ließ er Mitte November seinem Ärger freien Lauf: „Die beschissene Rentenversicherung wird mich in meinem Erwerbsleben über eine Million Euro in Gebühren und entgangener Rendite kosten. Das ist absurd.“ Er würde doch gerne selbst entscheiden, welche Versicherung er abschließt, schrieb der Mann.« Es geht um hunderte Euro Monat für Monat. Im nun neuen Jahr 2021 beträgt der monatliche Höchstbetrag beim Erreichen der Beitragsbemessungsgrenze 660 Euro im Monat – und der Arbeitgeber legt noch einmal den gleichen Betrag dazu, mithin also 1.320,60 Euro pro Monat.

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„Der Münchner Automobilhersteller BMW ließ sich für 30.000 Beschäftigte in Kurzarbeit vom Staat fast die gesamten Lohnkosten erstatten, schüttete aber im Mai 2020 nicht weniger als 1,64 Milliarden Euro an Dividenden für das Vorjahr aus.“ (Butterwegge)

Butterwegge über Corona-Hilfen:

„Die Armen werden bewusst nicht bedacht“

Noch im Mai forderte der Armutsforscher Christoph Butterwegge im NachDenkSeiten-Interview einen „Corona-Soli“ für die Armen. Sein Ruf blieb von politischer Seite ungehört. In einem aktuellen Interview mit den NachDenkSeiten spricht Butterwegge im Hinblick auf die Corona-Hilfen von einem „weißen Fleck in der Förderlandschaft“. Während die Politik Konzerne wie BMW mit sehr viel Geld unterstütze, blieben die Armen nach wie vor auf der Strecke. Er kommt zu dem Fazit: „Nicht das Coronavirus ist unsozial, sondern eine reiche, unter dem Einfluss des Neoliberalismus stehende Gesellschaft, die ihre armen Mitglieder zu wenig vor den Infektionsrisiken und den wirtschaftlichen Verwerfungen der Pandemie schützt.“ Von Marcus Klöckner.

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„Die Betroffenen warten am Fuße des Berges der Gerechtigkeit, aber es geht nicht mehr vorwärts.“ (Klaus Dörre)

 

Gewerkschaften und Rechtspopulisten: Aus dem Paradies vertrieben

Vor allem männliche Arbeiter sympathisieren mit rechten Parteien. Die Gewerkschaften ignorieren das Thema.

Der kalifornische Stadtsoziologe Mike Davis machte schon 2004 auf eine politische Verschiebung in den Vereinigten Staaten aufmerksam. Als John Kerry gegen George W. Bush verlor, belegte er das am Beispiel von West Virginia. In den Appalachen, die die liberale Ostküste vom konservativen „Bible Belt“ trennen, liegt das Zentrum des einst wichtigen Kohlebergbaus – in Europa vergleichbar mit dem Ruhrgebiet, der belgischen Wallonie, Oberschlesien oder Südwales.

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Kritisiert jetzt schon der DGB-Chef die deutschen Gewerkschaften ? „In Deutschland arbeiten sieben Millionen Menschen im Niedriglohnbereich.“ (DGB-Vors. Hoffmann)

Armutsgefälle DGB-Chef Hoffmann: „Viel zu viele Menschen sind ärmer geworden“

Kommt Deutschland gut durch die Krise? Der Gewerkschafter zeigt sich alarmiert: Auch trotz Kurzarbeit befänden sich viele in finanziellen Engpässen.

Der Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) beklagt eine Vergrößerung des sozialen Gefälles in Deutschland durch die Folgen der Corona-Pandemie. „Viel zu viele Menschen sind in der Pandemie noch ärmer geworden – auch durch Kurzarbeit“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Geringe Löhne, schmerzhafte Einkommenseinbußen und steigende Wohnkosten brächten viele Menschen in Deutschland in eine schwierige Lage. „In Deutschland arbeiten sieben Millionen Menschen im Niedriglohnbereich“, sagte Hoffmann. Seit Monaten sei Kurzarbeit auch in Branchen mit eher geringen Einkommen weit verbreitet, etwa in der Hotellerie und dem Gastgewerbe.

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Wir brauchen eine „Lohnrevolution“ in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kitas und Supermärkten!

Weg mit der Rentenlücke!

Im Wortlaut von Dietmar Bartsch, Focus,

Gastbeitrag von Dietmar Bartsch im Focus (Die Linke)

Es war zweifellos eine emotionale Rede, die Angela Merkel am Mittwoch im Bundestag gehalten hat. Ihr Appell, alles zu tun, um Mitmenschen vor dem Virus zu schützen, unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren und die unerträglich hohen Sterbezahlen herunterzubringen, hat durchaus Eindruck hinterlassen. Ihr Dank an Ärzte und Pflegepersonal, die seit dem Frühjahr alles geben, was in ihrer Macht steht, war gestern so richtig, wie im Frühjahr. Umso beschämender bleibt, dass wir Pflegekräften mit schlechten Löhnen am Abend nach Hause und im Alter in Armut schicken.

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