Armut von Kindern und Jugendlichen: ausgewählte Aspekte aus der Forschung

Armut von Kindern und Jugendlichen: ausgewählte Aspekte aus der Forschung

von Norbert Kozicki

(Herner Sozialforum/ stellv. Landesvorsitzender Progressiver Eltern- und Erzieherverband NRW e.V.)

Vor einigen Jahren stellte die Zeitschrift „Eltern“ 1.823 Kindern und Jugendlichen die Frage: „Wenn Jesus noch da wäre, was würdest Du ihm sagen?“

53,4% aller befragten Kinder und Jugendlichen antworteten am Zweithäufigsten mit der Frage „Warum gibt es arm und reich?“. Gefolgt mit der Dritthäufigsten Äußerung zu 45,% „Tu was für Arbeitslose“.

Die Umfrage aus dem Jahr 1998 zeigt, dass bereits vor 22 Jahren die Kinder und Jugendlichen auf die Verschlechterung der sozialen Lage ganz direkt reagieren. Dieses Reaktionsmuster wird durch die Ergebnisse der Shell-Studie aus jenen Tagen unterstützt, als festgestellt wurde, dass sich bereits 12jährige Sorgen um ihren zukünftigen Arbeitsplatz machen.

Folgen der Armut bei Kindern

Doch vornweg zwei Vorbemerkungen.

Erste Vorbemerkung zum Armutsbegriff:

Der erste Armuts- und Reichtumsbericht der damaligen rotgrünen Bundesregierung kam im Frühjahr 2001 ganz allgemein zu dem Schluss, dass „belastete Lebensbedingungen durch niedrige Einkommen, schlechten Zugang zu Bildung, mangelhafte Wohnsituation oder Arbeitslosigkeit Auswirkungen auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten haben und zu einem schlechteren Zugang zur gesundheitlichen Versorgung führen können“.

Dieses Zitat verweist auf einen erweiterten Armutsbegriff, jenseits der „60%-Definition“: der so genannte Lebenslagenansatz begreift Armut als kumulative Unterversorgung in mindestens zwei von vier zentralen Lebensbereichen: Einkommen, Arbeit, Bildung/Ausbildung und Wohnen. Armut liegt z.B. auch dann vor, wenn alten pflegebedürftigen Menschen nicht die Hilfen zur Verfügung gestellt werden, die sie bräuchten, um zu Hause nicht zu vereinsamen. Armut liegt auch dann vor, wenn etwa psychisch kranke und behinderte Menschen ausgegrenzt werden, oder auch dann, wenn Menschen über keinen oder unzureichenden Wohnraum verfügen. In diesem Konzept von Armut spielt das Einkommen zwar die zentrale Rolle für alle anderen Lebensbereiche, aber nicht die ausschließliche Rolle.

Zweite Vorbemerkung zur Wirkungsreichweite der objektiven Armutsfaktoren:

Nicht alle Kinder und Jugendliche, die unter belasteten Lebensbedingungen aufwachsen, gehen in die Armutsspirale mit ihren Verlusten der persönlichen Ressourcen und Kräfte. Die bundesweite Studie der Arbeiterwohlfahrt zum Thema „Zukunftschancen für Kinder !?- Wirkung von Armut bis zum Ende der Grundschulzeit“ belegt, dass auch Kinder, die in armen Lebensgemeinschaften aufwachsen, Wohlergehen und Zufriedenheit äußern können, und zwar in einer Größenordnung von 15 bis 30% aller von objektiver Armut betroffenen Kinder.

Umgekehrt gibt es auch in Lebensgemeinschaften mit einem sehr hohen Haushaltseinkommen Kinder, die unter einer multiplen Deprivation leiden.

Beiden Tatsachenfeststellungen widerspricht nicht die Formulierung, dass es wahrscheinlicher ist, dass das Kind im Wohlergehen lebt, je mehr Einkommen die Eltern zur Verfügung haben.

Ich betrachte diese Differenzierung als notwendige Voraussetzung zur Entwicklung von Unterstützungsstrategien für die Heranwachsenden.

So und nun zu Folgen der Armut bei Kindern.

Die gravierendste Folge ist häufig der Verlust jeglichen Zukunftsdenkens.

Hiervon sind alle Lebensbereiche betroffen: die Bildung, die Gesundheit, die berufliche Qualifikation und das Freizeitverhalten.

Als grundlegender theoretischer Ansatz zur Kategorisierung der unterschiedlichen Folgen von (Einkommens-)Armut kann grundsätzlich das Lebenslagenkonzept herangezogen werden; es ist in der deutschen Armutsforschung zur Erfassung der komplexen Auswirkungen von Armut etabliert.

Zur Entwicklung eines kindbezogenen Armutsbegriffs können allerdings die für Erwachsene erarbeiteten Konzepte nicht eins zu eins übertragen werden. Vielmehr müssen die Dimensionen der Lebenslage analysiert werden, die sowohl für die gegenwärtige Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen (d. h. das Hier und Jetzt) als auch für ihre Entwicklungschancen (d. h. die Zukunft) von zentraler Bedeutung sind.

Dies geschieht im Rahmen der kindbezogenen Armutsforschung, indem die vier Lebenslagedimensionen – materielle, soziale, kulturelle und gesundheitliche Lage – benannt und mit dem Ressourcenansatz (hier der familiären Einkommensarmut) verknüpft werden (vgl. AWO-ISS-Studien):

  1. Zur materiellen Lage des Kindes werden die Aspekte der Lebenslage gezählt, die die materielle Ausstattung und die Möglichkeiten zur Teilhabe am altersspezifischen Konsum umfassen.
  2. Die soziale Lage des Kindes umfasst die Gelegenheiten zum sozialen Austausch und zur sozialen Integration, die Verfügbarkeit und Qualität von Sozialbeziehungen inner- und außerhalb der Familie wie die Eltern-Kind-Beziehung, Netzwerke und Beziehungen zu Gleichaltrigen.
  3. Der kulturellen Lage des Kindes werden sowohl formale Bildungswege und -ergebnisse als auch non-formale und informelle Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten in der Familie und der Freizeit zugeordnet.
  4. Die gesundheitliche Lage schließlich umfasst den physischen und psychischen Gesundheitszustand sowie die gesundheitlichen Risikofaktoren und gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen.

Zur sozialen Dimension der Armut

Generell zeigen alle ausgewerteten Kinderarmutsstudien, dass Armut sich nicht einheitlich auf die Sozialbeziehungen von Kindern auswirkt und nicht von einer allgemeinen Benachteiligung auszugehen ist. Vielmehr bestehen enge Wechselwirkungen zwischen der sozialen Lage und weiteren Risiko- und Schutzfaktoren, die den Einfluss von Armut moderieren können.

Bereits im Vorschulalter können anhand der Daten der AWO-ISS-Studien Auffälligkeiten armer Kinder in ihrem Sozialverhalten aufgezeigt werden. So zeigen im Vergleich zu ihren nicht armen Altersgenossen mit 36 % doppelt so viele arme Sechsjährige Auffälligkeiten im sozialen und emotionalen Verhalten. Verstärkend wirken Einflüsse wie wenige gemeinsame Aktivitäten in der Familie, geringe Sprachkenntnisse der Eltern, ein später Kita-Besuch, beengte Wohnverhältnisse, eine Familie mit vielen Mitgliedern sowie ein schlechtes Familienklima. Diese Faktoren wirken sich zwar auch bei nicht armen Kindern negativ auf das Sozialverhalten aus; allerdings ist der Einfluss weniger stark, und diese Risikofaktoren sind seltener vorhanden.

Im Grundschulalter ist der Anteil der im sozialen Bereich auffälligen Kinder mit 35 % doppelt so hoch und betrifft sowohl soziale Ressourcen (wie die Möglichkeit, Freunde mit nach Hause zu bringen oder Geburtstag zu feiern) als auch Sozialverhalten im Umgang mit anderen sowie abweichendes Verhalten. Erst im Jugendalter sind keine generellen Unterschiede zwischen armen und nicht armen jungen Menschen mehr feststellbar. Eine These zur Erklärung könnten Prozesse sozialer Selektion über die Zuordnung zu unterschiedlichen Peergroups bzw. durch die Verteilung auf unterschiedliche Schulformen sein. Diese These bedarf jedoch weitergehender Forschung. Gleichzeitig zeigen die Analysen von Freundschaftsnetzwerken der Jugendlichen, dass die soziale Lage der nicht armen jungen Menschen anfälliger wird; Armut scheint in dieser Altersphase nicht mehr das ausschlaggebende Kriterium für weniger stabile Freundschaften zu sein (vgl. AWO-ISS-Studien 2000b, 2006 & 2012).

Chassé, Zander und Rasch (2003) finden in ihrer qualitativen Untersuchung unterschiedliche Konstellationen, die in Wechselwirkungen zu armutsbedingten Einschränkungen und deren Kompensation stehen. Arme Kinder, die dennoch über ein großes Netzwerk an Freunden verfügen und gut in die Gleichaltrigengruppe integriert sind, verfügen meist zugleich über ein gut ausgebautes Verwandtschaftsnetzwerk, das dem Kind durch verschiedene Aktivitäten einen Ausgleich zu den eingeschränkten Gelegenheiten der eigenen armen Familie ermöglichen kann.

Am häufigsten vertreten ist in ihrem qualitativen Sample jedoch die Gruppe armer Kinder mit mittlerem bis kleinem Netzwerk, das vor allem auf die eigene Lebenswelt begrenzt ist. Insbesondere der kleinere räumliche Aktionsradius armer Kinder erklärt diese Einschränkung der sozialen Kontakte. Schließlich findet sich noch eine Gruppe einsamer Kinder, die keine engen Freunde haben. Diese Kinder sind zusätzlich zu Hause oder in der Schule durch Probleme belastet, ihre Eltern sind meist sozial isoliert und fördern keine Aktivitäten des Kindes zur Aufnahme von Freundschaften bzw. schränken die Möglichkeiten sogar ein, z. B. durch Besuchsverbote in der elterlichen Wohnung. Bei diesen Kindern ist ein hohes Ausgrenzungsrisiko gegeben (vgl. Chassé/Zander/Rasch 2003).

Antje Richter berichtet auf Grundlage ihrer qualitativen Studie von mehrheitlich vulnerablen Freundschaftsbeziehungen der armen Kinder. Auch wenn Freundschaften durchaus vorhanden sind, so sind die Kinder doch verunsichert, was die Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit dieser Beziehungen angeht. Das Ausmaß an wahrgenommener emotionaler Unterstützung kann also auch bei vorhandenen Freundschaftsbeziehungen stark variieren. Armut kann dabei ursächlich sein: Zum einen stellt sich das Problem mangelnder Reziprozität, eines zentralen Merkmals von Freundschaftsbeziehungen, wenn beispielsweise Geschenke und Einladungen nicht im gleichen Maße erwidert werden können. Zum anderen schränken die Eltern die Kontakte aufgrund der schlechten Wohnsituation häufig ein. Bereits im Grundschulalter nehmen die Kinder derartige Belastungen der Beziehungen sensibel wahr (vgl. Richter 2000b).

Die Ergebnisse der Münsteraner Studie des Projektverbundes „Armut und Kindheit“ zeigen, dass sich Armut vor allem über die familiären Ressourcen auf die sozialen Netze der Kinder auswirkt. Insbesondere die Vermittlung von Wertschätzung und Selbstvertrauen in der Familie oder kompensatorisch außerhalb der Familie ist entscheidend, um das Selbstbewusstsein und die sozialen Handlungskompetenzen der Kinder so zu stärken, dass sie selbst soziale Netze entwickeln können; geringe Einbindung in soziale Netze wiederum kann zu wenig ausgeprägtem Selbstbewusstsein führen. Geringes Selbstbewusstsein, Verhaltensauffälligkeiten, nur wenige Erfahrungen sozialer Wertschätzung sowie wenig entwickelte soziale Netze finden sich auch hier eher bei armen Kindern, wenn auch nicht bei allen (vgl. Butterwegge et al. 2003: 266 f.).

Der Rückzug aus dem üblichen gesellschaftlichen Leben zählt zu den auffälligsten psychosozialen Folgen der Armut. Soziale Kontakte sind immer mit Kosten verbunden. Diese Tendenz zur Selbstisolierung lässt sich bei allen armen Lebensgemeinschaften feststellen. Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein der Kinder leiden entsprechend.

Der Psychologe Thomas Kieselbach zeigte in einer Untersuchung, dass Kinder aus Familien, die starke ökonomische Einbußen hinnehmen mussten, in ihrer seelischen Entwicklung beeinträchtigt werden können: „ärmere“ Kinder sind häufig depressiver, einsamer, empfindlicher, weniger gesellig, misstrauischer und weniger in der Lage, Stress zu bewältigen, als Kinder aus gesicherten materiellen Verhältnissen.

Die Pädagogen Karl Zenke und Günter Ludwig wiesen in einer Studie unter 4 000 Kindern nach, dass sich bei den Neun- bis Fünfzehnjährigen Symptome der Entmutigung und Resignation einstellen, wenn die Eltern arbeitslos werden. Je länger die Eltern arbeitslos sind, umso häufiger ist dies der Fall. Die Kinder beginnen zu gammeln und werden mut- und antriebslos. Sie versuchen der Familiensituation zu entfliehen und fühlen sich gleichzeitig sozial isoliert. Gleichzeitig vermehren sich bei diesen Kindern die psychosomatischen Beschwerden. Armut macht häufig krank.

Generell weisen alle Untersuchungen eine kleine Gruppe sozial ausgegrenzter bis isolierter Kinder und Jugendlicher aus. Diese machen nicht die Mehrheit der armen Kinder aus – betroffen sind vor allem junge Menschen, die weiteren Belastungen ausgesetzt sind. Gleichwohl verschärft Armut direkt und indirekt ihre soziale Situation. Eine Quantifizierung dieser Gruppe mit (sehr) hohen Exklusionsrisiken ist auf Basis der bisherigen Studien nicht möglich.

In einer umfassenden bundesweiten Studie zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen erstellt. Fast 18 000 Teilnehmer im Alter bis 17 Jahre haben Ärzte an 167 Orten in Deutschland untersucht. Einige Ergebnisse dieses Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS-Studie genannt) sind:

Aufgrund eines nicht vorteilhaften sozialen Umfeldes haben knapp 22 % mehr als jedes fünfte Kind psychische Auffälligkeiten, Dazu zählen Ängste, gestörtes Sozialverhalten oder Depressionen. Die KiGGS-Forscher sprechen von 11,5% der Mädchen und 17,8% der Jungen, die verhaltensauffällig seien. Ungünstiges Familienklima und niedriger sozioökonomischer Status seien die bedeutenden Familienfaktoren – ein Befund, den auch andere Untersuchungen zeigen.

Nach vielen wissenschaftlichen Befunden tragen schlechte Ernährung (fettreiche, vitaminarme Kost), mangelnde Gesundheitsprophylaxe und sozial-emotionale Belastungen dazu bei, dass sich der Gesundheitszustand in sozialer Armut lebender Kinder in erschreckendem Maße verschlechtert. Hier spielen insbesondere Infektionskrankheiten, Asthma bronchiale, Zahnkrankheiten und sogenannte Beschwerdekomplexe (z.B. Kopf- und Rückenschmerzen) eine wichtige Rolle. So klagen sozial benachteiligte Kinder innerhalb von Befragungsstudien häufiger über Kopfschmerzen, Rückschmerzen, Magenschmerzen und Nervosität als Kinder, die aus sozial höher anzusiedelnden Schichten kommen.

Untersuchungen zur Morbidität in Großbritannien ergaben z.B. eine neunfach höhere Krankenhauseinweisungsquote von Kindern, die älter als ein Jahr waren und in unterprivilegierten Stadtteilen aufwuchsen.

Kinder aus sozial unterprivilegierten Verhältnissen sind häufiger an Unfällen, speziell an Verkehrsunfällen beteiligt. Eine in Brandenburg durchgeführte Einschulungsuntersuchung kam zu dem Ergebnis, dass 15 bis 20% aller Kinder bis zu ihrer Einschulung an einem Unfall beteiligt waren, wobei Kinder aus sozial benachteiligten Familien bei Verbrühungs- und Verkehrsunfällen doppelt so häufig betroffen waren, wie Kinder aus Familien mit einem höheren sozialen Status.

Verschiedene Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der sozio-ökonomischen Situation der Familien und der Gewaltanwendungen gegenüber den Kindern auf. So beträgt die Quote gravierender Gewaltanwendung durch die Eltern in Familien die Sozialhilfe beziehen bzw. von Arbeitslosigkeit betroffen sind 24%, während sie in anderen Familien bei 14,6% liegt.

Arme Familien leben häufig auch in beengten Wohnverhältnissen. Einschränkungen durch Wohnraumknappheit sind gerade aus Sicht der Kinder nicht zu unterschätzen.

Ein zentraler Indikator der materiellen Ausstattung ist die Wohnsituation, die wiederum zu unterscheiden ist in Qualität der Wohnung und Qualität des Wohnumfeldes. Bereits in der Pionierstudie „Kindheit und Armut“14 von Hildegard Hetzer aus dem Jahr 1937 wird die beengte Wohnsituation armer Familien als zentrales Merkmal ihrer Lebenslage hervorgehoben. Auch in den von uns analysierten Kinderarmutsstudien wird die Wohnsituation untersucht. Dabei kommen diese überwiegend zu den gleichen Ergebnissen: Eine schlechte Wohnqualität ist ein typisches armutsbedingtes Defizit. Charakteristisch sind überbelegte und beengte Wohnungen. Zudem haben arme Kinder deutlich seltener ein eigenes Kinderzimmer als ihre nicht armen Altersgenossen (vgl. Richter 2000a & 2000b; Hölscher 2003; Chassé/Zander/Rasch 2003; AWO-ISS-Studien).

So leben nach den Daten der AWO-ISS-Studie im Grundschulalter 44 % der armen, aber nur 10 % der nicht armen Kinder in beengten Wohnverhältnissen (vgl. AWO-ISS-Studie 2000a). Auch am Ende der Grundschulzeit haben nicht einmal die Hälfte der armen Kinder ein eigenes Zimmer (vgl. AWO-ISS-Studie 2006), und im Jugendalter müssen 62 % der armen Jungen und Mädchen mit prekären Wohnverhältnissen (kein eigenes Zimmer, Überbelegung oder erhebliche Mängel) zurechtkommen (vgl. AWO-ISS-Studie 2012).

Als Folgen der Wohnsituation können benannt werden: die Belastung des Familienklimas aufgrund von Streitigkeiten um die Raumnutzung, Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Regenerationsmöglichkeiten aufgrund fehlender Rückzugsmöglichkeiten, fehlende Ruhe und fehlender Platz zur Erledigung von Hausaufgaben, Erschwerung von sozialen Kontakten zu Gleichaltrigen durch fehlende Besuchsmöglichkeiten und Verlagerung von Spielaktivitäten außerhalb der Wohnung sowie fehlende Entwicklungsimpulse durch die geringen Gestaltungsmöglichkeiten des Wohnraumes (vgl. Walper 1999; AWO-ISS-Studien 2006 & 2012). Während in der frühen Kindheit eher die negativen Einflüsse auf das Familienklima und die geringen Anregungsmöglichkeiten im Vordergrund stehen, spielt die soziale und identitätsstiftende Funktion der Wohnung mit zunehmendem Alter eine größere Rolle.

Zwei Anpasssungsstrategien seien an dieser Stelle erwähnt.

1.Arme Familien sparen in bestimmten Bereichen. Nach einer Studie der Caritas sparen arme Familien in erster Linie am Urlaub, an den Möbeln, im Freizeitbereich, dann an der Kleidung und dann an den Lebensmitteln.

2.Eine Strategie zur Lösung der Probleme armer Familien bildet das frühzeitige Hinzuverdienen durch die Kinder (Ferienarbeit, Zeitungaustragen, etc.) In einer Studie des nordrhein-westfälischen Jugendministeriums wurde das Ausmaß analysiert: Mehr als 40% der Schülerinnen und Schüler arbeiten. Das Durchschnittsalter aller Befragten lag bei 14,9 Jahren. Betrachtete man die verbotene Kinderarbeit, so zeigt sich, dass pro Jahr etwa knapp 20% der SchülerInnen einer Arbeit nachgehen, die in irgendeiner Form gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstößt. Die häufigste Auswirkung der Kinderarbeit war die Müdigkeit in der Schule. Insgesamt gab fast jede fünfte SchülerIn an, dass die Kinderarbeit irgendeine negative Auswirkung auf die Schule hat.

Zusammenhang von Armut und Bildung

Wolfgang Lauterbach und Andreas Lange konstatieren z.B. in ihrer Untersuchung „Aufwachsen in materieller Armut und sorgenbelastetem Familienklima“: „Die Analysen zeigen aber zusätzlich einen enormen Einfluss der beruflichen Ausbildung des Vaters auf die Bildungskarriere des Kindes. Dies ist ein Effekt, der zumindest in diesem Ausmaß nicht erwartet wurde. Hat demzufolge der Vater keine berufliche Ausbildung absolviert – ungeachtet des schulischen Bildungserfolges – so besteht für das Kind eine äußerst geringe Wahrscheinlichkeit, das Gymnasium zu besuchen. Sie ist um 45% reduziert.“ (Wolfgang Lauterbach und Andreas Lange: „Aufwachsen in materieller Armut und sorgenbelastetem Familienklima, in: Jürgen Mansel/ Georg Neubauer (Hg.): Armut und soziale Ungleichheit bei Kindern, Opladen, 1998, S. 127).

Die beiden hier zitierten Autoren konzentrieren ihre Analyse auf den Schulwechsel der 10 bis 12jährigen in den Sekundarbereich I. Ergebnis: Kinder aus armen Familien wechseln signifikant weniger zum Gymnasium. Die Diskriminierung bewegt sich zwischen den Schultypen Hauptschule und Gymnasium. Beim Besuch der Realschule und der Integrierten Gesamtschule lassen sich ausgeglichene Werte finden. Von denjenigen Kindern, die in Armut leben, gehen 55% auf die Hauptschule und von denjenigen, die in prekärem Wohlstand leben, 53%. Das sind rund 14% mehr Kinder als im Bevölkerungsdurchschnitt. Dieser vermehrte Besuch der Hauptschule geht zu Lasten des Gymnasiums. Während im Durchschnitt 29% der Kinder dieser Altersgruppe das Gymnasium besuchen, sind es bei in Armut lebenden Familien nur 16% und bei in prekärem Wohlstand lebenden Familien nur 14%.

Die beiden Autoren untersuchten auch den Zusammenhang von Schulbesuch und  „großen wirtschaftlichen Sorgen“ der Mutter. Auch hier besteht ein starker Zusammenhang. Sorgt sich die Mutter um die wirtschaftliche Zukunft, besuchen über 54,5% der Kinder die Hauptschule. Nur 15% aller Heranwachsenden, deren Mütter sich große Sorgen machen, besuchen das Gymnasium.

Die AWO-ISS-Langzeitstudie zeigt, dass die gesamte schulische Bildungsbiografie armer Kinder deutlich belasteter ist als bei Kindern aus sicheren ökonomischen Verhältnissen. Bereits der Schulstart verläuft seltener regelhaft; vielmehr gibt es bereits mehr Rückstellungen – aufgrund von Entwicklungsverzögerungen –, aber auch mehr vorzeitige Einschulungen – vermutlich aufgrund zu zahlender Kita-Gebühren sowie Elternbeiträge für die Verpflegung, das Material und/oder Veranstaltungen bzw. Ausflüge – als bei nicht armen Sechsjährigen (vgl. AWO-ISS-Studie 2000). Die Wiederholungsuntersuchung am Ende der Grundschulzeit zeigt weitere Benachteiligungen: Arme Kinder haben häufiger eine Klasse in der Grundschule wiederholt; besonders hoch ist das Risiko bei chronischer Armut und in Ein-Eltern-Familien. Die Durchschnittsnoten sind in allen Fächern bis auf Sport schlechter, und auch Gymnasialempfehlungen sind im Vergleich zu den nicht armen Altersgenossen seltener. Das trifft auch zu, wenn die Eltern trotz Armut ein hohes Bildungsniveau haben, so dass von einem eigenständigen Armutseffekt auszugehen ist (vgl. AWO-ISS-Studien 2003 & 2006).

Am Ende der Sekundarstufe I lassen sich für armutsbetroffene Jugendliche erhebliche Risiken in der Schulkarriere aufzeigen: Nur ein Drittel dieser Gruppe hat im Alter von 16 oder 17 Jahren einen erfolgreichen Übergang in die Sekundarstufe II oder in eine Ausbildung vollzogen. Arme Jugendliche sind deutlich häufiger als ihre nicht armen Gleichaltrigen im Übergangssystem vertreten oder befinden sich aufgrund von Verzögerungen noch immer in der Sekundarstufe I. Nur 25 % der armen Jugendlichen haben ein hohes Schulbildungsniveau (festgemacht am Schulabschluss) erreicht, d. h. ein Gymnasium, eine Fachoberschule oder eine Gesamtschule besucht, bei der nicht armen Gruppe sind es 45 %. Der Langzeitverlauf zeigt, dass sich die frühe Armut (im Alter von sechs Jahren) deutlich auf das am Ende der Sekundarstufe I erreichte Schulbildungsniveau auswirkt: Arme Kita-Kinder sind später zu 48 % überdurchschnittlich häufig Hauptschüler/-innen oder schließen die Schule ohne Abschluss ab (vgl. AWO-ISS-Studie 2012).

Chassé, Zander und Rasch (2003) finden in ihrer qualitativen Studie nach der Selbsteinschätzung der armen Kinder in der Grundschule zwar ein breites Leis-tungsspektrum vor. Sie bemerken jedoch auch, dass sich viele arme Kinder, selbst bei guten Leistungen, in der Schule mit Überforderung konfrontiert sehen. Gute Leistungen und eine positive Wahrnehmung der Schule sind vor allem bei den armen Kindern zu finden, die keiner weiteren Belastung ausgesetzt sind und die außerschulische Anregungen erfahren.

Übergänge im gegliederten Schulsystem und die ihnen zugrundeliegenden Leistungsbewertungen spielen eine entscheidende Rolle im Bildungsverlauf von jungen Menschen und sind daher als Indikator für Bildungschancen geeignet. In der empirischen Bildungs- und Sozialstrukturforschung besteht Konsens darüber, dass sich die herkunftsbedingte soziale Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen vor allem in entscheidenden Bildungsübergängen zeigt. Diese Benachteiligung erklärt sich sowohl durch institutionelle Selektionsmechanismen (z. B. Schulempfehlung) als auch durch familiäre Bildungsentscheidungen (z. B. Wahl des Schultyps). Zahlreiche Studien belegen dieses Phänomen (vgl. Faust/Roßbach 2014; Fend 2014; Hillmert 2014; für einen Überblick siehe Maaz/Baeriswyl/Trautwein 2009).

Wie sich Armut als eigenständiger Faktor und in Abgrenzung zu weiteren Un-gleichheitsdimensionen an den relevanten Übergängen auswirkt, ist nur in wenigen Studien untersucht worden. In einer Sekundäranalyse des SOEP sind empirisch Kausalzusammenhänge in Bezug auf die elterlichen Bildungsentscheidungen belegt. Demnach haben Kinder, die unter Armutsbedingungen aufwachsen, eine niedrigere Wahrscheinlichkeit, auf das Gymnasium oder die Realschule zu wechseln. Diese Aussagen lassen sich sowohl für West- als auch für Ostdeutschland feststellen (vgl. Becker/Lauterbach 2013).

Der Erste Armuts- und Reichtumsbericht des Landes Baden-Württemberg liefert Informationen für die Sekundarstufe I, kombiniert nach der Qualifikation der Eltern, ihrer Armutsgefährdung und dem Besuch der Schulart durch die Kinder. Eine Erkenntnis ist, dass bei gleichem Qualifikationsniveau der Eltern (mittleres Niveau = Realschulabschluss) arme Kinder weitaus öfter auf eine Hauptschule gehen als nicht arme. So besuchten 2012 beispielsweise 27,2 % der armutsgefährdeten Kinder eine Hauptschule und 17 % ein Gymnasium. Bei nicht armen Kindern war die Verteilung genau umgekehrt: Der Anteil der Gymnasialschüler/-innen lag bei 27,4 %, der der Hauptschüler/-innen bei knapp 13 % (vgl. MASFFS 2016: 429).

Interessante Erkenntnisse zum Zusammenhang von Armut und Notenvergabe legten 2011 Kai Maaz, Franz Baeriswyl und Ulrich Trautwein in einer Sekundär-Analyse der TIMSS-Studie, der Berliner Element-Studie und der Tosca-Studie mit dem Titel „Herkunft zensiert?“ vor. Sie arbeiteten heraus, dass Kinder aus sozioökonomisch belasteten Familien bei gleicher Schulleistung schlechtere Noten bekommen als Kinder aus sozioökonomisch höher gestellten Haushalten. Es konnte weiter nachgewiesen werden, dass nur die Hälfte aller Entscheidungen von Lehrkräften über den weiteren Schulverlauf auf die tatsächliche Leistung zurückzuführen war. Kindern aus armen Haushalten wurde eine Gymnasiallaufbahn seitens der Lehrkräfte nicht zugetraut. Auch deutet sich an, dass Kinder aus armen Familien strenger bewertet werden (vgl. Lehmann/Lenkeit 2008; Hochweber 2010). Vertiefende Befunde fehlen aber bisher.

Non-formalen und informellen Bildungsprozessen

In der sich Ende der 1990er Jahre etablierenden Kinderarmutsforschung untersuchte Antje Richter (2000b) als eine der ersten Forscher/-innen kindorientiert das Erleben und das Bewältigungshandeln von armen und nicht armen Kindern. In ihrer qualitativen Studie zu Grundschülerinnen/-schülern am Beispiel eines Landkreises in Niedersachsen erstellte sie dabei auch erstmals eine Gesamtübersicht über die in dieser Altersphase faktisch genutzten Ressourcen – festgemacht an der Nutzung von kindspezifischen Angeboten durch Sechs- bis Zwölfjährige. Mittels einer Netzwerkkarte machte sie je nach familiärer Einkommenslage unterschiedliche Kinderwelten sichtbar.

Es zeigte sich bei den armutsbetroffenen Schülerinnen/Schülern ein stark ausgedünntes Netzwerk:

Sie hatten kaum Zugang zu „Kulturangeboten“ wie Musikschule oder Bibliothek, wenig Zugang zu Vereinsangeboten, und auch die typischen Kinder- und Jugendhilfeangebote wurden weniger genutzt. Während nicht arme Kinder ein breites Spektrum an Aktivitäten von der Familie und der Schule über die Kinder-/Jugendhilfe wie auch die Vereine bis hin zu Sportangeboten, „wilden“ Spielplätzen und den Peers angaben, konzentrierten sich die von armen Kindern genutzten Angebote auf Schwimmbad/Sportplatz, wilde Spielplätze, Familie, Schule und Gleichaltrige: in der Regel alles Angebote, die wenig oder gar nichts kosten. Als Gründe für die unterschiedliche Inanspruchnahme benennt Antje Richter zum einen die Kosten und zum anderen Angst vor bzw. Erfahrungen mit sozialer Stigmatisierung und Ausgrenzung (ebd.).

Im Rahmen der Armuts- und Reichtumsberichterstattung des Bundes untersuchten Dietrich Engels und Christine Thielebein (2011) den Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und der Teilnahme an non-formalen Kultur-, Bildungs- und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche. Grundlage sind die Auswertung von 14 Studien nach Schichtzugehörigkeit sowie eigene Auswertungen des SOEP nach Einkommensarmut und Bezug von Mindestsicherungsleistungen. Insbesondere die in ihrer Studie referierten Ergebnisse einer Sonderauswertung des DJI-Survey AID: A 2009 ermöglichen den Blick auf die Nutzung frühkindlicher Bildungs- und Betreuungsangebote von Kindern unter zwei bzw. unter sechs Jahren in Abhängigkeit vom Familieneinkommen (vgl. BMFSFJ 2010).

Bei allen angeführten U2-Angeboten – Babyschwimmen, PEKIP-Kurs, Krabbelgruppe und Kita-Betreuung – ist ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Familieneinkommens und der Teilnahme an den Angeboten festzustellen. Ein Beispiel: 8 % der Kinder unter 24 Monaten, deren Familien Leistungen im Rahmen des SGB II beziehen, nehmen an einem Babyschwimmkurs teil. Mit zunehmendem Familieneinkommen steigt dieser Anteil an, so dass über ein Drittel der Kinder (36 %), die in einer Familie mit 130 % des Medianeinkommens aufwachsen, einen solchen Kurs besuchen. Der gleiche Trend findet sich bei der U3-Kita-Nutzung: Während „nur“ 21 % der unter Dreijährigen in SGB-II-Haushalten eine Kita besuchen, sind es bei den Familien mit 130 % des Medianeinkommens 35 %. Der gleiche Trend findet sich mit noch stärkerer Ausprägung bei der Teilnahme älterer Kinder an Freizeitaktivitäten in Vereinen (vgl. Engels/Thielebein 2011).

Mit Blick auf Jugendliche ergab die Auswertung der SOEP-Daten des Jahres 2009 ein insgesamt geringeres Engagement der armutsbetroffenen Gruppe (kein Engagement: 35 % arm vs. 30 % nicht arm). Die geringere Beteiligung zeigte sich unter anderem über die Mitarbeit an der Schülerzeitung (14 % nicht arm vs. 8 % arm) oder im Chor bzw. der Musikgruppe (27 % nicht arm vs. 10 % arm). Ganz anders war dagegen die Verteilung beim Engagement in der freiwilligen Sport-AG (22 % nicht arm vs. 32 % arm). Dietrich Engels und Christine Thielebein berichten weiterhin, dass arme Jugendliche seltener aktive Musiker/-innen sind – insbesondere dann, wenn kostenpflichtiger Unterricht eine Rolle spielt: 18 % der nicht armen, aber nur 5 % der armen Jugendlichen nutzen solche Angebote (vgl. Engels/Thielebein 2011).

Informationen zu den Konsumausgaben von Familien für non-formale Bildungsangebote ihrer Kinder in Abhängigkeit vom Haushaltseinkommen liegen durch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor. Hier werden die Daten des SOEP sowie der Zusatzstichprobe „Familien in Deutschland“ zu den privaten Ausgaben von Familien für Angebote wie Nachhilfe, Musikschulen, Sportvereine oder auch Privatschulen betrachtet (vgl. Schröder/Spieß/Storck 2015).

Diese Bildungsausgaben werden entlang des bedarfsgewichteten monatlichen Haushaltsnettoeinkommens der Familien untersucht. Je niedriger das Einkommen, umso weniger Geld geben Familien in der Summe für die oben genannten Angebote aus.

Zwei Gründe scheinen dafür ursächlich zu sein: (a) Armutsbetroffene Familien nutzen wegen der Kosten die Angebote weniger oder (b) sie müssen diese aufgrund sozialer Anspruchsrechte nicht bezahlen (z. B. Übernahme der Gebühren durch das Jugendamt). Sofern Familien der unteren Einkommensgruppen aber tatsächlich Ausgaben tätigen, ist ihre relative Belastung höher als bei Familien, die mehr Geld zur Verfügung haben. Dies trifft auf die Ausgaben für nahezu alle betrachteten Bildungsangebote zu, auch auf den Bereich der Kita-Kosten.

Zusammengefasst belegt die Kinderarmutsforschung, dass alle non-formalen und informellen Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote, die mit Kosten verbunden sind, vom Kleinkindalter an von armen jungen Menschen wesentlich seltener in Anspruch genommen werden. Dadurch verengt sich die Kinderwelt – also die Erlebnis-, Erfahrungs- und Bildungsmöglichkeiten in der Umwelt der Kinder. Den Ergebnissen der in letzter Zeit an Bedeutung gewinnenden Konsumforschung folgend, lässt sich feststellen, dass armutsbetroffene Eltern auf Kosten altersspezifisch unterschiedlich reagieren:

In der Altersspanne frühste und frühe Kindheit zeigt sich eher, dass kostenpflichtige Angebote nicht genutzt werden. Spätestens mit Beginn der Schulzeit tritt dann das Bemühen um eine Teilnahmemöglichkeit in den Vordergrund, abhängig von den finanziellen Möglichkeiten. Diese aber sind faktisch unterdurchschnittlich und führen zu einer weiteren Benachteiligung der Bildungsteilhabe und der Bildungschancen der betroffenen jungen Menschen.

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